Sogar Schwarzarbeiter waren auf der Baustelle

Wasserschaden im Schießstand der Polizei

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Dieses Dächlein soll den Schießstand darunter abdichten.

Es klingt nach einem Schildbürgerstreich: Die Tiefgaragendecke der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck ist nach einer Renovierung undicht. Während sich die Firmen um die Schuldfrage streiten, tropft es munter in die Garage und den Schießstand.

FürstenfeldbruckEs ist eine unglaubliche Geschichte: Die Tiefgarage der Polizeiinspektion musste im Jahr 2011 wegen Wasserschäden saniert werden. Doch irgendetwas ging dabei gründlich schief. Jetzt tropft es unter anderem in die Schießanlage. Dorthin kommen nicht nur Brucker Polizisten, sondern Beamte aus der ganzen Umgebung zum Training. Müsste der Raum gesperrt werden, wäre das fatal für die Ausbildung. Umso größer ist der Ärger, dass der Schaden noch immer nicht behoben ist.

„Man konnte sehen, dass schlecht gearbeitet wurde“, erinnert sich Michael Fischer, stellvertretender Inspektionsleiter. Unglaublich: Die Baufirma schickte am ersten Tag sogar Schwarzarbeiter zur Polizei. Fischer erinnert sich an einen maroden Kasten-Lkw, in dem die Handwerker saßen. Ein Kollege kontrollierte die Bauarbeiter. „Es waren vier Illegale dabei, die haben wir gleich wieder heimgeschickt.“

Auch ansonsten lief einiges schief: Der Teer wurde in die falsche Richtung verlegt, der Bauarbeiter stand am Ende in einer Ecke und konnte nicht raus. Dem Bauleiter hätte man regelmäßig Berichte über Probleme und Beanstandungen gegeben, berichtet Fischer. Doch nichts sei passiert.

Kein Wunder, dass es nach Abschluss der Arbeiten wieder von der Decke tropfte. Schon damals wurden Gutachten gemacht – vom Staatlichen Bauamt Freising, das die Polizei in Bauangelegenheiten vertritt, und von der Firma selbst. „Die Verantwortlichen sind sich aber nicht einig, ob es ein Mangel der Baufirma ist“, erklärt Peter Grieser, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. „Es könnten auch Planungs- und Überwachungsmängel sein.“

Um das zu klären, hat das Staatliche Bauamt nun vor dem Landgericht ein selbstständiges Beweissicherungsverfahren beantragt. Dem hat das Gericht Anfang Februar stattgegeben. Nun muss sich ein unabhängiger Gutachter in die Unterlagen beider Parteien einlesen, erklärt Andreas Kronthaler, Leiter des Staatlichen Bauamts. Er will sich vor Ort ein Bild machen. Dann werde sich zeigen, wer für den Schaden verantwortlich ist. Sollte es keine Einigung geben, geht es vor Gericht weiter. Andreas Kronthaler ist jedoch zuversichtlich, dass seine Seite Recht bekommt.

Bis der Gutachter da war, kann baulich jedoch nichts verändert werden. Es tropft also munter weiter in Garage und Schießstand. „Wir werden im Innenhof jedoch ein provisorisches Dach errichten“, kündigt Kronthaler an. So soll das Wasser zumindest nicht in den Schießstand laufen. Man könne auch die Stellen, an denen das Wasser eindringt, ein bisschen abdichten, meint Grieser.

Das Dach ist inzwischen errichtet – und schon wieder gibt es Ärger. Es ist nur rund 50 Zentimeter hoch. „Also fallen die Parkplätze im Innenhof weg“, klagt Michael Fischer, Vize-Chef der Fürstenfeldbrucker Polizeiinspektion.

Man müsse nun draußen Bäume und Büsche roden, damit die Mitarbeiter ihre Autos abstellen können. Für Michael Fischer ist die ganze Sache ein Schildbürgerstreich: „Seit ich das miterlebt habe, wundert mich am Berliner Flughafen nichts mehr.“ (Ingrid Zeilinger)

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