Gespült wird mit der Gießkanne

Waschbecken mit Klobrille: Das ist das irrste WC der Region

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Unbedingt zwei Mal hinschauen. Das Foto zeigt nur auf den ersten Blick eine Toilette. Tatsächlich ist dieses Klo ein umfunktionierter Holzstuhl mit unterbautem Waschbecken – und einer Gießkanne zum Nachspülen. Das ist im größten Notfall die stille Örtlichkeit der weiblichen Stockschützen des SV-DJK Taufkirchen.

Taufkirchen – Ein Waschbecken. Eine Klobrille. Eine Gießkanne. Und viele unzufriedene Stockschützen des SV-DJK Taufkirchen, gegen die keiner mehr spielen will. Das ist die Geschichte der irrsten Toilettenanlage der Region.

Es gibt Dinge, die will man eigentlich gar nicht wissen. Etwa wie die Damen und Herren der erfolgreichen Stockschützen aus Taufkirchen ihre Notdurft verrichten.

Manchmal muss aber auch Peinliches penetrant an die Öffentlichkeit gezerrt werden, um Abhilfe zu schaffen – auch wenn die Realisierung dann unendlich lange dauert. Viele Monate nach dem ersten Vorstoß kann der SV-DJK Taufkirchen aufatmen: Die Gemeinde Taufkirchen plant und errichtet im Sport- und Freizeitgelände am Postweg eine Toilettenanlage – allerdings unter Vorbehalt.

Stockschützen beschweren sich über WC

Dass „WC“ bei den Stockschützen eine Abkürzung für „Worst Case“ (schlimmster Fall) ist, beweisen sie in Wort und Bild. Mehrfach hatten sich die Sportler über unzumutbare Verhältnisse beklagt, die einen Turnierbetrieb erschweren oder unmöglich machen, weil die anderen Vereine nicht mehr nach Taufkirchen kommen wollen. Kein Wunder. Für Männer gibt’s lediglich eine Pinkelrinne, für Damen ein selbstgebasteltes Toilettenkonstrukt (siehe Foto), das jeder Beschreibung spottet.

Der Gemeinderat hatte das Projekt zuletzt im Februar vertagt, um Antworten auf einen Fragenkatalog zu erhalten. Fragestellerin war damals Rosemarie Weber (SPD), die unter anderem wissen wollte: Können bei Turnierbetrieb mobile Toiletten aufgestellt werden? Wie groß ist die Entfernung zwischen den Stockschützen und der Tennisanlage? Die leidgeprüften Stockschützen mussten wieder nachsitzen und alle Fragen akribisch beantworten. Offensichtlich haben sie das zur Zufriedenheit der Kommunalpolitiker getan: Ohne größere Diskussion stimmte der Bauausschuss mehrheitlich für die neue WC-Anlage – dagegen waren SPD und Grüne.

Genehmigung für neue WC-Anlage steht aus

Bevor die Kommune die WC-Anlage aber umsetzt, muss die baurechtliche Genehmigung des Stockschützenhauses zweifelsfrei geklärt sein. Das ist sie bis dato noch nicht. Dennoch ist Bauamtsleiterin Tanja Debes zuversichtlich, dass das Landratsamt ein Einsehen haben wird. Den anwesenden Stockschützen machte Bürgermeister Ullrich Sander (Parteifrei) im Sitzungssaal unmissverständlich klar: „Schwarz gebaut wird nicht.“

Elke Summer

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