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„Massiver Ärger unter Fahrgästen“ - BRB-Chef platzt der Kragen wegen maroder Gleise im Oberland

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Von: Christiane Mühlbauer

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Muss wegen maroder Gleise langsam fahren, manchmal fährt sie gar nicht: BRB im Oberland. BRB-Chef Arnulf Schuchmann macht seinem Ärger gegenüber der DB-Netz jetzt Luft.
Muss wegen maroder Gleise langsam fahren, manchmal fährt sie gar nicht: BRB im Oberland. BRB-Chef Arnulf Schuchmann macht seinem Ärger gegenüber der DB-Netz jetzt Luft. © Thomas Plettenberg/BRB

Baustellen der DB Netz AG bedeuten für die Bayerische Regionalbahn Ärger und Kosten. BRB-Chef Arnulf Schuchmann ist nun der Kragen geplatzt.

Holzkirchen – Erst vor wenigen Tagen hatte unsere Zeitung über die Langsamfahrstellen auf den Strecken der Bayerischen Regionbahn (BRB) – eben auch im Kreis Miesbach – berichtet. Nun platzt der BRB buchstäblich der Kragen. Mit Verweis auf die zahlreichen Beschwerden und dem, wie es in einer Pressemitteilung heißt, „massiven Ärger unter den Fahrgästen“, berichtet das in Holzkirchen ansässige Unternehmen von vielen Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit der DB Netz AG.

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Arnulf Schuchmann, technischer Geschäftsführer der Bayerischen Regiobahn (BRB)
BRB-Chef Arnulf Schuchmann ärgert sich über die DB Netz AG © BRB

Die BRB schreibt von Gleislagefehlern, Weichenstörungen, Schwellenauswechslungen und Oberbauschäden, die die DB Netz AG als Grund für Baumaßnahmen und Langsamfahrstellen nennt. Ausbaden muss dies in der Regel die BRB, deren Züge massive Verspätungen haben und bei der auch die Beschwerden der Kunden ankommen. Neben dem Ärger für die Reisenden bedeute dies auch enorme Belastungen für die Mitarbeiter der BRB sowie hohe Kosten.

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Betroffen sei das gesamte Netz der BRB. In der Pressemitteilung nennt das Unternehmen zahlreiche Beispiele. So komme es aufgrund der Langsamfahrstellen zwischen Schliersee und Bayrischzell zu Verspätungen im gesamten Netz Oberland, weil das Kuppeln und Flügeln in Holzkirchen nicht planmäßig funktioniere, wenn die Zugteile verspätet eintreffen oder abfahren.

Baustellen der DB: Massive Zugverspätungen beim BRB und Kundenbeschwerden

Die DB Netz AG könne nicht genau mitteilen, wann diese Langsamfahrstellen behoben seien, so die BRB. Genannt werde der Zeitraum zwischen 25. Juli und 12. August. Während der Arbeiten entfallen die ersten beiden und die letzten beiden Züge von Montag bis Freitag. Bedeutet: Wieder Schienenersatzverkehr mit Bussen.

Auch die Züge zwischen Schaftlach und Bad Tölz fahren derzeit langsamer. Hintergrund ist laut DB Netz AG eine nächtliche Bautätigkeit.

Ärger für die BRB auch andernorts: Zwischen Weilheim und Dießen wurde die Strecke am vergangenen Freitag kurz vor Mitternacht bis Samstagmittag komplett gesperrt – und das mitten im Wochenendausflugsverkehr.

Probleme bei der DB AG: Zu wenig Personal, zu viele Aufträge und zu wenige Firmen

Dazu kommen laut BRB noch „Kleinigkeiten“ wie Bahnübergangsstörungen, Signalstörungen und ähnliches, was sich ebenfalls häuft. „Die tägliche Liste wird immer länger, und damit werden die Verspätungen immer mehr“, klagt die BRB.

Die DB Netz AG habe zu wenig Personal, zu viele Aufträge und zu wenige Firmen, die die Aufträge abarbeiten können, sagt BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann. „Die Antworten von der DB Netz AG auf meine drängenden Fragen nach der Beseitigung der Mängel sind immer die gleichen“, so der BRB-Chef: „Man bemühe sich und versuche zu beschleunigen und zu verbessern.“ Schuchmann dazu: „Das ist für mich reine Hinhaltetaktik und bringt uns sowie den frustrierten Fahrgästen gar nichts.“

Diese „Salamitaktik“ führe dazu, dass Tag für Tag kurzfristig Fahrplanänderungen durchgerechnet und in die Informationssysteme eingepflegt werden müssen. Aufgrund der Vorlaufzeiten der diversen Informationskanäle sowie der Schwierigkeit, Prognosen für die Weiterfahrt abzugeben, sei eine ordentliche Fahrgastinformation kaum möglich.

Was Schuchmann ebenfalls Sorgen macht, sind die Trassengebühren, die für jeden Kilometer, den die BRB in ihren fünf Netzen fährt, zu zahlen sind. Diese Gebühren betragen nach Angaben des Unternehmens pro Woche rund 1,5 Millionen Euro – egal, ob die Strecke in einwandfreiem Zustand sei oder nicht.

„Wenn ich eine Mietwohnung habe, zahle ich doch auch nicht den vollen Preis, wenn es durchs Dach regnet“, vergleicht der BRB-Geschäftsführer die Situation. Dann sei eine Mietminderung fällig. Diese werde aber von der DB Netz und der Politik für den Schienennahverkehr bis heute abgelehnt.  

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