Staatsforste schwächeln

Dem Wald und Minister Brunner geht's nicht gut

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Keine schönen Aussichten: Staatsminister Helmut Brunner (kl. Foto) hat mit den Nachwirkungen von Orkantief Niklas zu kämpfen.

Zachenberg - Die bayerischen Staatsforste werfen weniger Geld ab als 2014. Das liegt vor allem am Orkantief Niklas. Für Staatsminister sind die neuen Zahlen nicht das einzige Problem.

Diesen Donnerstag hätte sich Helmut Brunner vermutlich am liebsten erspart. Der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten musste nicht nur die wenig erfreuliche aktuelle Bilanz der Staatsforsten präsentieren, sondern auch Stellung zu einem Beinahe-Waldbrand nehmen, für den er persönlich verantwortlich war.

Wie berichtet, hatte Helmut Brunner am Samstag, dem 3. Oktober, auf seinem Grundstück bei Zachenberg (Kreis Regen) Gartenabfälle verbrannt und die Aschereste nicht sorgfältig genug entsorgt. Feuermachen am Feiertag ist verboten, der unsachgemäße Umgang mit der Glut sorgte für einen Feuerwehreinsatz. „Ich habe einen Fehler gemacht“, sagte der Minister, „man kann’s auch Dummheit nennen.“

Den Hohn und Spott, den er als Forstminister für die Zündelei ertragen muss, sehe er als seine Buße an. Doch damit ist’s möglicherweise nicht getan. Das Landratsamt Regen, das für diesen Fall zuständig ist, sagte zu dem Fall: „Der Herr Minister wird so behandelt wie jeder andere Bürger auch.“ Welche Strafe ihm jedoch blüht, könne man noch nicht sagen, die Akte der Polizei liege dem Landratsamt noch nicht vor.

Orkantief Niklas verhagelt neue Rekordwerte

Das Verwarnungsgeld, das Helmut Brunner möglicherweise bezahlen muss, bewegt sich sicher in einer ganz anderen Dimension wie die Bilanzsumme der Bayerischen Staatsforsten im angelaufenen Geschäftsjahr. 404 Millionen Euro Umsatz habe man gemacht, so Brunner, der Jahresüberschuss betrage 65,5 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist’s beim Umsatz ein Rückgang um elf Millionen Euro, beim Überschuss sind es gar zwölf Millionen weniger als 2014.

Schuld an den schlechten Zahlen hat vor allem das Orkantief Niklas, das am 1. April über den Freistaat tobte und die Bilanz verhagelte. „Wäre Niklas nicht über Bayern hinweggezogen, hätten wir ein neues Rekordergebnis erzielt“, sagte Martin Neumeyer, der Vorstandsvorsitzende der Staatsforsten. Und hätte Minister Helmut Brunner am Samstag auf seine Frau gehört, hätte er sich etlichen juristischen Ärger und viel öffentlichen Schaden erspart: Die wollte am Feiertag nämlich einen Spaziergang machen.

Was dürfen Sie verbrennen?

Vor allem im Herbst stöhnen Hobbygärtner unter den Laub- und Gehölzmengen, die im heimischen Garten anfallen. Die Biotonne ist schnell voll und der Weg zum Wertstoffhof fürs Grüngut ist umständlich und teuer. Da kommt mancher schnell mal auf denselben Gedanken wie der bayerische Forstminister und hält ein Streichholz an den Abfallhaufen. Aber darf man das?

In Bayern gibt es dafür Regelungen, genaue Verordnungen sind bei der jeweiligen Gemeinde zu erfragen.

1. Nur außerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile dürfen pflanzliche Abfälle an Werktagen zwischen 8 bis 18 Uhr verbrannt werden. An Sonn- und Feiertagen ist das Verbrennen grundsätzlich verboten.

2. Es dürfen nur Abfälle verbrannt werden, die auf dem Grundstück anfallen.

3. Es darf nur unlackiertes und luftgetrocknetes Holz verbrannt werden.

4. Niemand darf durch Rauch oder fliegende Funken belästigt werden.

5. Bei starkem Wind darf kein Feuer entzündet werden. Kommt nachträglich Wind auf, muss das Feuer sofort gelöscht werden.

6. Die Feuerstelle darf erst verlassen werden, wenn die Glut erloschen ist.

7. Wer im Herbst einen Laubhaufen anzündet, sollte sicher stellen, dass sich keine Igel darunter befinden.

vp

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