„Mein Hund braucht auch ein bisschen Spaß“

Kurz vor Geburt von zwei Rehkitzen: Hund reißt trächtiges Reh - Jäger berichtet von unfassbaren Szenen

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Schrecklicher Anblick: Die von einem Hund gerissene Rehgeiß, die mit zwei Jungtieren trächtig war. Wir haben den Nachwuchs gepixelt, um empfindliche Leser nicht zu schockieren.

Ein wildernder Hund hat in Weilheim eine trächtige Rehgeiß so schwer verletzt, dass sie vom Jäger von ihrem Leid erlöst werden musste. Wie das Ganze ans Licht kam, überrascht.

Weilheim – Hans Maier (Name geändert) stand vor der am Boden liegenden Rehgeiß und war tief bewegt. „Klar sind wir Jäger und erlegen Tiere“, sagt der Jäger, der lieber nicht mit seinem richtigen Namen genannt werden will. „Aber wenn man so ein Tier sieht, dem in die Vorderläufe gebissen wurde, das nicht mehr aufstehen kann und einen mit weit aufgerissenen Augen angsterfüllt anschaut, ist das auch für mich schlimm.“ Es sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als dem Tier den Fangschuss zu geben. Beim Aufbrechen der Rehgeiß habe sich herausgestellt, dass sie mit zwei Kitzen trächtig war. „In rund zwei Wochen wären sie wohl geboren worden“, sagt Maier.

Hund reißt Reh in Weilheim: Besitzerin meldet sich selbst bei Jäger

Der Vorfall passierte vergangenen Samstag bei Weilheim. Ungewöhnlich: Die Hundehalterin selbst hatte bei Maier an der Haustür geklingelt, um ihn zu informieren, dass ihr Hund – ein mittelgroßes Tier – offenbar ein Wildtier gejagt hatte. „Normalerweise bekommen wir das gar nicht mit, dann müssen die verletzten Tiere elend verrecken“, drückt es Maier drastisch aus. Vermutlich weil sich die Frau gemeldet hat, habe der Revierinhaber auf eine Strafanzeige wegen Jagdwilderei verzichtet.

Trotzdem wird für die Hundehalterin eine Strafe fällig, deren Rechnung manchem zynisch vorkommen mag: „300 Euro für ein Reh und je 150 Euro für ein Kitz ist der Tarif“, sagt Peter Lochner, ebenfalls Jäger in einem Revier am Weilheimer Stadtrand. Er hat das Foto der toten Rehgeiß mit Kitzen zum Aufrütteln an die Heimatzeitung geschickt. „Wir wollen die Bürger sensibilisieren, dass jetzt gerade eine wichtige Zeit für das Wild ist“, sagt er. In der Brut- und Setzzeit sollen Spaziergänger unbedingt auf den Wegen bleiben, auch mit ihren – angeleinten – Hunden: „So stören sie die Wildtiere am wenigsten, denn Biologen haben herausgefunden, dass Menschen und auch Hunde, die auf den Wegen bleiben, von Wildtieren nicht als Bedrohung wahrgenommen werden“, sagt Weilheims Jäger-Vorsitzender Florian Pfütze.

Ein ähnlicher Fall aus dem Landkreis Starnberg sorgt derweil für Aufsehen: Mit einem Durchschuss durch den Rücken hat ein bislang unbekannter Täter ein hochträchtiges Reh in einem Waldgebiet bei Andechs getötet.

Reh in Weilheim tot gebissen: Jäger berichten unglaubliche Szenen

Doch dazu müssten die Hunde auch wie vorgeschrieben angeleint sein – was oft nicht der Fall ist, wie die Jäger wissen. „Wenn die ein Wildtier sehen, kommt oft der Jagdtrieb durch“, sagt Lochner. „Selbst für unsere Hunde würde ich nicht immer die Hand ins Feuer legen. Und dann hört man von Spaziergängern immer die Antwort ,das tut mein Hund nicht‘. Das regt mich auf“, so Lochner, der immer drastische Bilder von gewilderten Rehen dabei hat. „Manche sind dann betroffen, aber viele wollen so etwas gar nicht sehen.“ Erst kürzlich habe er zwei Frauen mit großen Jagdhunden im Wald getroffen, die hätten gar keine Hundeleine dabeigehabt. „Ich sage dann gerne: Wenn die Hunde eine Wildschweinbache mit Jungtieren geraten, sehen sie die Tiere nie wieder“, so Lochner – die greife die Hunde nämlich an.

Ähnliche Geschichten mit unbelehrbaren Spaziergängern rund um Weilheim kann auch Maier erzählen. Einmal habe ihm ein Spaziergänger, dessen Hund einen Hasen gejagt hat, gesagt: „Mein Hund braucht auch ein bisschen Spaß.“ Ständig sehe er Menschen, die eine Leine herumtragen, aber kein Hund weit und breit zu sehen ist. „Theoretisch dürfen wir wildernde Hunde sogar erschießen, aber was dann los wäre – deshalb machen wir das nicht, obwohl wir es oft könnten“, so Maier.

bo

Erneut schreckt der Fall eines mutmaßlich von einem Hund gerissenen Rehs Landwirte und Jäger auf – diesmal bei Drößling im Landkreis Starnberg.

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Das kanadische Paar muss mächtig stolz gewesen sein: Hinter dem von ihnen erlegten Löwen posieren sie für ein Bild, sie küssen sich. Mit den heftigen Konsequenzen haben sie wohl nicht gerechnet.

Ein dramatischer Vorfall hat sich kürzlich auf einer Wiese in Starnberg ereignet. Zwei frei laufende Hunde rissen dort ein Reh. Schließlich musste die Polizei eingreifen. Auch in Buchendorf gab es einen Zwischenfall.

Ein Jäger hat in einem Olchinger Waldstück einen wildernden Hund erschossen. Die Hundebesitzerin fordert nun Schadensersatz – der Jäger aber verteidigt sein Vorgehen.

Ein Vorfall auf dem Hörnle sorgt für großen Ärger. Ein Hirschkalb wurde halb tot gebissen. Die Jäger sind sich sicher, dass es ein Hund war, der jedoch nicht angeleint war.

Hiervon gibt es ein Wahnsinns-Video: Eine Überwachungskamera hält unglaubliche Szenen im Schnee fest: Eine Autofahrerin übersieht beim Zurücksetzen einen kleinen Hund. Dann geschieht Unglaubliches, wie tz.de* berichtet.

Zu einem wahren Eltern-Albtraum kam es bei einer brutalen Hund-Attacke auf einen Fünfjährigen in Celle bei Hannover, wie nordbuzz.de* berichtet.

*tz.de, Merkur.de und nordbuzz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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