1. tz
  2. München
  3. Region

Blackout in Weilheim: Wie steht es um die Vorbereitung auf einen möglichen Stromausfall in Weilheim?

Erstellt:

Von: Magnus Reitinger

Kommentare

Menschen sitzen in einer Wohnung bei Stromausfall, eine Kerze brennt.
Um für den Fall eines Stromausfalls gerüstet zu sein, trifft die Stadt Weilheim umfangreiche Vorbereitungen. © Julian Stratenschulte

Grünen-Stadtrat Karl-Heinz Grehl wollte es wissen: Ist die Stadt auf einen möglichen Blackout vorbereitet? Die Anfrage wurde beantwortet.

Weilheim – Ist die Stadt Weilheim ausreichend auf einen möglichen länger andauernden Stromausfall (einen sogenannten Blackout) vorbereitet – insbesondere, wenn dieser länger als 72 Stunden dauern sollte? Vor dem Hintergrund der „derzeit zweifelsohne eingetretenen Energiekrise“ stellte Grünen-Vertreter Karl-Heinz Grehl diese Anfrage kürzlich im Stadtrat (wir berichteten). Die ausführliche Antwort auf seine insgesamt fünf Fragen hat das städtische Ordnungsamt nun auch als Pressemitteilung verschickt.

Blackout in Weilheim: Notstromversorgung in Planung

Die Stadt, so heißt es in der Antwort, sei aktuell „mit der Erstellung eines Notfallplanes und der Installierung von sogenannten ,Leuchttürmen’ beschäftigt“. Letztere dienten bei einem Blackout als Anlaufstellen für Bürger, die sich in Not befinden und Hilfe benötigen. Mehrere städtische Liegenschaften würden mit Notstromaggregaten (Netzersatzanlagen) bestückt bzw. mit einer Einspeiseeinrichtung für die Notstromversorgung versehen.

Entsprechende Arbeiten im Rathaus Weilheim, im Gemeindehaus Marnbach sowie in den Feuerwehrhäusern Marnbach und Unterhausen sollen spätestens Ende November abgeschlossen sein – „vorausgesetzt, es gibt keine Lieferengpässe“. Fürs Rathaus halten die Stadtwerke, fürs Gemeindehaus Marnbach der dortige Feuerwehrverein ein mobiles Notstromaggregat bereit.

In Hardt-, Mittel- und Ammerschule werde derzeit die Installation eines Anschlusses für eine Netzersatzanlage geprüft (Umsetzung frühestens im Frühjahr 2023). Für die Stadthalle soll in der Nähe der Trafohäuser ein stationäres Notstromaggregat aufgestellt werden, auf das „mit der Wiederinbetriebnahme 2024 unmittelbar zurückgegriffen werden“ könne.

(Unser Weilheim-Penzberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

Stromausfall: Wie steht es um die Trinkwasserversorgung?

Ist im Falle eines Blackouts Weilheims Trinkwasserversorgung noch gesichert? Auch das wollte Grehl wissen. Die Stadtwerke hätten sich in den vergangenen Jahren auf Sicherheitsstörungen vorbereitet, so die Antwort aus dem Rathaus:

„Alle städtischen kritischen Infrastrukturen wie die Wasserversorgung, Abwasserentsorgung inklusive Kläranlage, das Glasfasernetz und auch die Betriebsstandorte der Stadtwerke sind notstromversorgt. Die Kraftstoffversorgung und die Tanklogistik sind für mehrere Tage sichergestellt.“

Blackout: Notversorgung der Stadt – Feuerwehr ausreichend ausgerüstet

Stehen für die Feuerwehr und die Notversorgung der Stadt genügend Notstromaggregate zur Verfügung?

Das Feuerwehrgerätehaus Weilheim ist laut Ordnungsamt seit Bestehen mit einem Notstromaggregat ausgerüstet – das in den vergangenen Jahren grunderneuert worden und auch ausreichend dimensioniert sei. Auf ausreichenden Kraftstoffvorrat dafür werde geachtet. Weilheims Wehr wie auch die Ortsteilfeuerwehren verfügten zudem über mobile Notstromaggregate, die teils in den Löschfahrzeugen verbaut sind. Auch die Stadtwerke seien „ausreichend ausgerüstet“.

Ist die Notversorgung der Bevölkerung gesichert?

Zentraler Bestandteil der Blackout-Vorsorge in Städten und Gemeinden sei die Information der Bevölkerung vor und während einem Stromausfall, so die Stadtverwaltung auf Grehls Frage, ob „ausreichend Vorkehrungen für eine nötige Notversorgung der Bevölkerung getroffen“ seien.

Die Einwohner würden über die Möglichkeit eines Blackouts, dessen Folgen und auch über „Grenzen der organisierten Hilfe“ aufgeklärt. Daraus folge „die Aufforderung zur Eigenvorsorge“ – alle wichtigen Informationen würden die Bürger etwa über Zeitungs- und TV-Berichte sowie über die Internetseite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erhalten („Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“).

Übung der Krisenlage

Grehls fünfte Frage: „Wurde eine solche Krisenlage, insbesondere auch zusammen mit den zuständigen Katastrophenschutzbehörden im Landkreis, schon einmal geübt?“

Die Katastrophenschutzbehörde und die Stadtverwaltung, so die Antwort aus dem Rathaus, hätten aktuell einen „Katastrophenschutzplan Blackout“ erstellt. „Übungen fanden in Teilbereichen statt“, im Bereich Kommunikation beispielsweise mit einer Funkübung im analogen 4-Meter-Band.

„Zudem wurden und werden Gebäude der kritischen Infrastruktur einem ,Stresstest’ unterzogen. Dabei werden Gebäude vom allgemeinen Stromnetz abgekoppelt und nur vom vorhandenen Notstromaggregat versorgt.“ So sei die Weilheimer Trinkwasserversorgung im Rahmen einer Übung über drei Tage notstromversorgt worden. „Dies hat ohne Probleme funktioniert“, berichtet Ordnungsamtsleiter Walter Weber und versichert: „Weitere Übungen werden folgen.“

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Weilheim-Schongau finden Sie auf Merkur.de/Weilheim.

Auch interessant

Kommentare