Wegen Nötigung vor Gericht

Polizist soll Praktikantin (18) im Schwitzkasten in Büro gedrängt haben - bis ein Kollege eingriff

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In der Weilheimer Polizeiinspektion ist es offenbar zu einer Nötigung gekommen.

Ein Polizeibeamter (45) der Inspektion Weilheim soll einer Praktikantin während einer Dienstfahrt die Augen zugehalten haben - und sie zurück auf der Wache weiter genötigt haben. Ein Kollege stoppte ihn schließlich.

Weilheim – Obwohl der Polizist die Taten im Grunde zugab, hielt er sich selbst für nicht schuldig im Sinne der Anklage. Über eine Stunde berichtete er ausführlich von den Vorkommnissen zu Beginn der Nachtschicht im März 2018. Man habe eine psychisch kranke Frau nach Landsberg in die Klinik einweisen müssen. Dazu fuhr eine Polizeipraktikantin (18) mit im Krankenwagen, während der angeklagte Polizist und sein Kollege im Streifenwagen hinterherfuhren.

Auf dem Rückweg bat die Praktikantin, das Dienstauto fahren zu dürfen. Die Kollegen willigten ein. „Aber sie fuhr zu schnell auf der Landstraße“, erklärte der Polizeibeamte. Das ärgerte ihn so, dass er der Fahrerin zweimal die Hand kurz vor die Augen hielt, um sie „verkehrtstechnisch zu erziehen“. Die junge Frau bremste jeweils ab.

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Richterin sieht Vorfall mit Polizistin als Nötigung

In den Augen der Vorsitzenden Richterin Karin Beuting liegt ein klarer Fall von Nötigung vor. „Egal, ob Polizeibeamter oder nicht, so darf man nicht handeln im Straßenverkehr“, sagte sie. Die Praktikantin gab bei ihrer Aussage an, dass das Ganze für sie nicht so schlimm gewesen sei. Sonderlich erschrocken habe sie sich nicht.

Warum sie dann aber diesen Vorfall und das weitere Geschehen ihrem Praktikumsleiter anvertraute und dieser dann ein Verfahren gegen den Polizisten einleitete, blieb im Dunkeln. Im Raum stand auch noch eine Körperverletzung, die der Polizeibeamte der Praktikantin nach dem Einsatz mit einem Polizeigriff zugefügt haben soll.

Sticheleien unter Kollegen: Polizei-Praktikantin beteiligte sich angeblich

Zuvor hatte sich die Angelegenheit aber verbal hochgeschaukelt, und zwar während der Fahrt von Landsberg nach Weilheim. „Unter Kollegen geht es halt in einer bestimmten Sprache zu“, versuchte der Angeklagte zu erklären. Man ziehe sich gegenseitig auf und stichle sich gegenseitig an. Die Praktikantin habe fleißig mitgemacht. Die junge Frau sagte auch aus, dass es „lustig“ gewesen sei.

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Im Polizeigebäude ging das verbale Geplänkel dann weiter, bis sich der Angeklagte über eine Bemerkung über sein Alter aufregte. „Ich habe sie dann in einen Polizeigriff genommen“, sagte er. Diesen lerne jeder Polizist in seiner Ausbildung und kenne ihn auch. Im sogenannten Schwitzkasten habe er die Praktikantin in ein Büro gedrängt, bis ein Kollege ihm Einhalt geboten habe. Das war eine Handlung, die in den Augen des Gerichts deutlich zu weit ging.

Verteidiger Winfried Folda plädierte auf Freispruch. „Die Kommunikation ist schiefgelaufen“, sagte er, aber man hätte auch nachher darüber reden können.

Vorwurf wegen sexueller Nötigung wird fallengelassen

Bei seinem letzten Wort war der Polizeibeamte sehr aufgeregt. Es war nämlich ursprünglich auch der Vorwurf wegen sexueller Nötigung im Raum gestanden. Dieser wurde aber fallengelassen. „Ich bin enttäuscht von diesem System“, schimpfte der Polizist, der seit dem Vorfall vom Dienst suspendiert ist. Die Praktikantin habe sich in drei verschiedenen Vernehmungen dreimal widersprochen. Keiner habe das jedoch überprüft.

„Ich laufe Gefahr, meinen Arbeitsplatz zu verlieren“, sagte der Familienvater. Das Gericht sah jedoch beide Anklagepunkte als bewiesen an und verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 4200 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Regina Wahl-Geiger

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