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Nach der Corona-Pandemie: Was passiert eigentlich mit den ganzen Masken?

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Unmengen an Schutzmasken wurden in der Pandemiezeit benötigt. Selbst Masken laufen ab
Unmengen an Schutzmasken wurden in der Pandemiezeit benötigt. Aber selbst Masken laufen ab. © Arne Detert/dpa

Gerade zu Beginn der Pandemie waren Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel rar und teuer. Wer sich bevorratete, war fein raus. Doch was passiert jetzt eigentlich mit den ganzen Artikeln?

Landkreis – Landrätin Andrea Jochner-Weiß hat noch einen großen Vorrat an Schutzmasken, sagt sie und lacht: „In allen Farben und Mustern, mit Glitzersteinen und allem, was dazugehört.“ Die hat sie zu Beginn der Pandemie gekauft, als selbstgeschneiderte Masken noch das Nonplusultra für den Privatgebrauch waren. Nach einigen Monaten durfte sie sie nicht mehr hernehmen, weil dann medizinische oder gar FFP2-Masken vorgeschrieben waren.

Die medizinischen Masken wurden mit Ausbruch der Pandemie zur Mangelware und waren zunächst den Mitarbeitern des Gesundheitssystems vorbehalten. Politiker profilierten sich damit, irgendwo für Unsummen große Mengen an Masken aufgetrieben zu haben, andere verdienten sich mit Maskendeals eine goldene Nase.

Landrätin: „Was waren wir damals knickerig bei der Verteilung“

Das Landratsamt versuchte in dieser damals sehr unübersichtlichen Lage, Schutzausrüstung aufzutreiben. Und war dabei durchaus erfolgreich. Abertausende Masken, Desinfektionsmittelkanister, später auch Schnelltests wurden besorgt, an einem geheimen Ort eingelagert und später bei Bedarf ausgegeben. „Was waren wir damals knickerig bei der Verteilung“, sagt Landrätin Andrea Jochner-Weiß und lacht wieder.

Aber man wollte auch kein Risiko eingehen. Die Folgen wären unabsehbar gewesen. Doch was passierte mit all den eingelagerten Schutzartikeln, nachdem Masken, Desinfektionsmittel und Schnelltests überall und jederzeit verfügbar waren? Wie viel davon hat das Landratsamt jetzt noch auf Lager? „Bedarfsmittel wie zum Beispiel persönliche Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel wurden insbesondere in der ersten Welle der Pandemie beschafft. Das war eine Zeit, während der am freien Markt diese Hilfsmittel nicht verfügbar waren, die Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeheime dringend brauchten. Die Bedarfsmittel für andere Einrichtungen, wie zum Beispiel Schulen, wurden vom Freistaat Bayern beschafft. Der Landkreis hat hier die Verteilung übernommen“, heißt es vom Landratsamt auf eine entsprechende Anfrage der Heimatzeitung hin.

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Schulen sollen abgelaufene Schnelltests eigenständig entsorgen – Selbst Masken laufen ab

Die Schnelltests seien an die Schulen geliefert worden, wie viele davon verbraucht wurden, lasse sich auf die Schnelle nicht nachvollziehen. Die Schulen seien aber angewiesen worden, abgelaufene Schnelltests eigenständig zu entsorgen.

Alles, was sonst noch vorhanden und abgelaufen sei, habe man mittlerweile entsorgt. Im Herbst 2021 habe der Freistaat Bayern die Möglichkeit geschaffen, Bedarfsartikel gegen einen geringen Unkostenbeitrag an Einrichtungen abzugeben. Von dieser Möglichkeit hat der Landkreis Gebrauch gemacht und Schnelltests, die sonst Ende November hätten entsorgt werden müssen, vorab an Pflegeheime und die Teststation am Trifthof abgegeben.

Desinfektionsmittel nun nach Bedarf ausgegeben

Bei den Desinfektionsmitteln habe man einen Rundruf bei den Bürgermeistern gestartet und gefragt, wer noch Bedarf habe, berichtet Landrätin Andrea Jochner-Weiß weiter. Viele Vereine seien bedacht worden, der Peitinger Eishockeyclub hätte beispielsweise eine ganze Menge Desinfektionsmittel abgenommen. Ansonsten würde das Krankenhaus immer mal wieder einen Schwung Masken abholen, so Jochner-Weiß weiter. Denn einfach einlagern für den Fall, der hoffentlich nie eintritt – den der nächsten Pandemie –, das gehe nicht. Selbst die Masken haben ein aufgedrucktes Haltbarkeitsdatum, nach dem sie nicht mehr verwendet werden dürfen und entsorgt werden müssen.

Sie waren während der Hochphase der Pandemie unverzichtbar – die Tracing-Teams, die für die Nachverfolgung der Kontaktketten Infizierter verantwortlich waren. Was machen deren Mitarbeiter eigentlich jetzt?

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