Extrem selten, extrem süß

Das weiße Kamel-Baby aus dem Mangfalltal

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Erster Ausflug mit der Mama: Das weiße Stutfohlen kam am Sonntag in Grub zur Welt. Gestern hat es mit Mama Gina den Stall verlassen, geführt von „Kameltreiberin“ Bianca Klages. Noch hat das Kamelbaby keinen Namen. Wer einen guten Einfall hat, kann eine Patenschaft und eine Kameltour durchs Mangfalltal gewinnen.

Grub - Ein weißes Kamel, wo gibt's denn so was? In Grub! Seit Dienstag stakst dort ein weißes Kamel-Baby auf einer Koppel herum - und braucht unbedingt noch einen Namen.

Die „Bayern-Kamele“ von Konstantin und Bianca Klages sind längst eine Marke geworden. Seit 25 Jahren hält die Familie Kamele, seit zehn Jahren wird am Mangfallknie auch gezüchtet. „Wir sind die einzige Kamel-Landwirtschaft in ganz Deutschland“, sagt Konstantin Klages nicht ohne Stolz, „meine Frau und ich leben davon.“ Kameltouren durch das idyllische Mangfalltal erfreuen sich wachsender Beliebtheit. „Wir werden auch immer wieder für Filmaufnahmen gebucht“, sagt der 28-Jährige, der sich selbst „Kameltreiber“ nennt.

Die Herde zählt aktuell 15 Tiere. Unangefochtener Chef ist der siebenjährige Hengst Karim, eine Autorität mit weißem Fell. „Das hat nichts mit Albino zu tun. Kamele mit weißem Fell sind halt nur extrem selten“, erklärt Klages, „lediglich eins von 50 Tieren wird weiß geboren.“ Als Karim vor gut einem Jahr die brünette Gina freite, durfte man vage hoffen, dass die Frucht der Liebe ebenfalls ein weißes Fell trägt. „Wir freuen uns sehr, dass es auch wirklich so gekommen ist“, sagt Klages.

Für die Trampeltier-Mama Gina, selbst erst fünf Jahre alt, war es das erste Fohlen. Bianca Klages leistete im Stall Geburtshilfe. „Ist alles glatt gelaufen“, sagt die 22-Jährige. 35 Kilo wog das Neugeborene, in drei Jahren wird es sich auf 750 Kilo hochgefuttert haben. „In den ersten sechs Monaten ist die sehr fetthaltige Muttermilch entscheidend“, sagt Klages, „ohne Mutter würden die Fohlen nicht überleben.“ Erst nach drei Wochen wird ganz langsam Gras zugefüttert.

Zur Familie der Kamele zählen Dromedare (ein Höcker) und Trampeltiere (zwei Höcker), beide Gattungen sind in Grub vertreten. Kreuzungen nennen die Experten „Tulu“. Schon nach zwei Stunden stehen die Fohlen auf eigenen Beinen. „Die Neugeborenen haben sehr lustige Körperproportionen“, findet Klages. Die Beine sind so lang, dass der Kopf nicht bis zum Boden reicht. „Das braucht’s ja auch nicht. Die Fohlen müssen ja nur ans Euter der Mama kommen.“ Das Fußwerk reicht aber, um mit der Herde das Leben auf der Koppel zu genießen.

Wer Lust hat, kann die Osterfeiertage für einen Abstecher nach Grub nutzen und den weißen Sonnenschein samt Familie bewundern. Einen Namen trägt das kleine Trampeltier noch nicht. „Wir freuen uns auf viele Vorschläge“, sagt Klages. Vorgaben gibt es keine, „der Name sollte halt zu einer bayerischen Kamelfarm passen.“

Vorschläge können telefonisch (08063/9966), via Email (info@bayern-kamele.de) oder direkt an der Kamelweide abgegeben werden. Der Leser, der den passenden Namen findet, darf mit seiner Familie kostenlos hoch zu Kamel durchs Mangfalltal reiten und bekommt für ein Jahr die Patenschaft.

Am Ostersonntag will der Familienrat entscheiden. Gut möglich, dass das Fohlen bald groß rauskommt. Erst vor wenigen Tagen bereicherten die Bayern-Kamele einen Tatort-Dreh, regelmäßig werden sie für Filmaufnahmen gebucht. „Wir kommen viel rum“, sagt Klages. Eine Anfrage kam zuletzt sogar von der weltweit bekannten Pferdeshow „Apassionata“. Die Organisatoren hätten ihre Show gerne mit Kamelen gewürzt. „Leider mussten wir absagen, weil Pferde ein Problem mit Kamelen haben“, sagt Klages, „Kamele sind Pferden unheimlich, das hätte nicht funktioniert.“ Andersrum übrigens gibt es keinen Stress. „Unseren Kamelen sind Pferde egal.“

Von Andreas Höger

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