Flughafentangente Ost

Überholverbot zeigt wenig Wirkung

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Viel Verkehr, viele Kurven: Deshalb darf man auf der FTO seit September 2014 nicht mehr überholen

Seit dreieinhalb Jahren gilt auf der Flughafentangente Ost fast durchgängig Überholverbot. Doch die Unfallzahlen haben sich kaum verbessert. Umso wichtiger ist der Ausbau von Bayerns am stärksten frequentierten Staatsstraße.

An sich ist die Flughafentangente Ost (FTO) ein Musterbeispiel für modernen Straßenbau: Auf über 30 Kilometer Länge verbindet sie die Passauer und die Deggendorfer Autobahn mit dem Flughafen in der Mitte - und das, ohne eine Ortschaft zu durchqueren. Das Problem der Staatsstraße 2580 sind die vielen unübersichtlichen Stellen und der jährlich zunehmende Verkehr - pro Tag werden je nach Örtlichkeit zwischen 11 500 und 20 000 Fahrzeuge gezählt. Weil sich auf der FTO schlimme Unfälle häuften, beschlossen die Landratsämter Erding und Ebersberg, Polizei sowie Straßenbauamt 2014 ein nahezu durchgängiges Überholverbot, das am 30. September des selben Jahres in Kraft trat. Denn an den meisten Stellen reicht die Sicht nur ein paar hundert Meter weit - zu wenig, um an den zahlreichen Schwerlastern vorbeizukommen. Recherchen unserer Zeitung zeigen nun: Das Überholverbot zeigt nur sehr überschaubar Wirkung. Das belegen die der Redaktion vorliegenden Unfallzahlen. Robert Braun vom Straßenbauamt freut sich zumindest über einen leichten Rückgang der Überholunfälle. Zwischen dem 1. Oktober 2011 und dem 30. September 2014 waren es 31, im gleichen Zeitraum von 2014 bis 2017 nur mehr 24. Die Besonderheit am FTO-Überholverbot: Es gibt nur eine durchgezogene Linie, aber keine Schilder. Den Grund dafür kennen weder Polizei noch Straßenbauamt. Rechtlich gibt es freilich Unterschiede: Denn wer Markierung und Schilder missachtet, zahlt 15 Euro Strafe extra. Derzeit gilt laut Erdings Polizeichef Anton Altmann: Wer überholt und dabei Dritte behindert, zahlt 150 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. Bei Gefährdung sind es 250 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Geschieht gar ein Unfall, sind 300 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot fällig. Der Polizeioberrat gibt aber zu, „dass wir das Verbot kaum überwachen können“. Das habe zum einen personelle Gründe. „Zum anderen erwischt man Überholsünder eigentlich nur nach dem Zufallsprinzip“, sagt Altmann. Dass die FTO eine riskante Strecke ist und trotz Überholverbots bleibt, belegen Zahlen des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. 2013 waren es laut dessen Sprecher Peter Grießer 129 Kollisionen, im vorigen Jahr 126. Dabei wurden 2013 sieben Menschen und vier Jahre später fünf schwer verletzt. Leichtverletzte waren es 39 beziehungsweise 38. Immerhin: Die Zahl schwerer Überholcrashs sank in den vier Jahren von 13 auf sieben. 2016 waren es allerdings 15 Kollisionen mit dieser Ursache. Mit dieser Entwicklung begründet Braun die Notwendigkeit des FTO-Ausbaus. Am weitesten sei er zwischen den Anschlussstellen Erding-Nord und -Süd, wo drei Spuren geplant sind. Mit dem Planfeststellungsbeschluss rechnet Braun noch heuer. „Hier könnten uns Klagen erspart bleiben.“ Zwischen der A 92 und dem Flughafen sowie zwischen Flughafen und Erding sollen es vier Streifen werden. Im ersten Fall soll die Planung 2019 aufgenommen werden, im zweiten läuft das Planfeststellungsverfahren. Später folgen wird der dreistreifige Ausbau zwischen Erding-Süd und Neufinsing.

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