Ein 300-Meter-Koloss im Schotter-Einsatz

Spektakulär: Zug um Zug zum neuen Gleis

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300 Meter lang ist diese Kolonne, die sich zwischen Westkreuz und Herrsching auf den S-Bahn-Gleisen bewegt.
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Das Gleis wird angehoben: Als ersten Schritt hebt die Maschine ein Gleisteil hoch, um an den Schotter zu gelangen. Dafür ist Einiges an Kraft nötig. Pro Meter wiegt so ein Gleis ungefähr 55 Kilogramm. Die Maschine hebt die Gleise aber so einfach und sanft wie Mikadostäbchen.
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Weg mit dem alten Schotter! Jetzt wird eine Kette unter den Gleisen angebracht, die den alten Schotter abträgt – und das ist Einiges! 30 Zentimeter Schotter liegen unter den Gleisen, festgedrückt durch die mehrere Tonnen schweren Züge die hier sonst fahren. Mit den Haken an der Kette geht das wie Butter!
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Einmal kräftig durchrütteln, bitte! Der Schotter unter den Gleisen ist sehr wichtig. Er sorgt für Stabilität. Am besten sind dafür möglichst grobe und kantige Steine. Diese werden aber durch die Abnutzung kleiner. Deshalb wird der zuvor abgetragene Schotter über Fließbänder zu diesem XXL-Sieb gebracht, an dem die feinen Steine von den großen getrennt werden.
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Zurück auf die Strecke! Gerade noch durchgeschüttelt, dürfen die großen Steine jetzt wieder auf die Strecke. Über Bänder werden die Steine wieder hinter der Maschine ausgespuckt. Die Bettungsreinigungsmaschine ist ein in sich kompletter Kreislauf. Später wird das Gleisbett noch mit frischen Steinen weiter aufgefüllt. jetzt liegt das Gleis wieder sicher!

München - Was hat 3000 PS, verbraucht 100 Liter Diesel in der Stunde, kostet 14 Millionen Euro und schlägt beim Zug-Quartett alles? Die Rede ist von einer Bettungsreinigungsmaschine!

Die Aufgabe? Den Schotter erneuern! Dieser Koloss ist gerade im Einsatz bei Gleisbauarbeiten zwischen den S-Bahn Haltestellen Westkreuz und Herrsching. Zug um Zug zum neuen Gleis!

Der Koloss ist für dieses Mammut-Projekt auch nötig. Bis zum Ende der Osterferien sollen 7400 Meter Gleis, fünf Weichen und 10 000 Tonnen Schotter ausgetauscht werden. Kosten: sechs Millionen Euro! „Der Streckenabschnitt ist im Schnitt 35 Jahre alt. Die Erneuerung ist wegen der natürlichen Abnutzung nötig“, sagt Projektleiter Martin Hochstatter. 150 Meter in der Stunde bewegt sich dieser Sanierungs-Zug vorwärts.

Dafür ist bis zum 13. April die komplette S8 Strecke zwischen Westkreuz und Herrsching gesperrt. Die Bettungsreinigungsmaschine ist aber nur den Anfang. Wenn die Maschine fertig ist, müssen auch noch die Gleise neu verlegt werden. Dies ist jedoch nicht die einzige Umbaumaßnahme im S-Bahn-Streckennetz.

Insgesamt 300 Meter ist dieser Mega-Zug lang. Neben der eigentlichen Maschine hängen auch noch Wagen für den übrigen Schotter an dem Zug. Die tz hat sich diese spektakuläre Maschine mal genauer angeschaut. Signal auf Grün!

Osterferien ist Umbauzeit

Der Streckenabschnitt zwischen dem Westkreuz und Herrsching ist während der gesamten Osterferien gesperrt. Stattdessen verkehren Busse als Schienenersatzverkehr tagsüber im 20-Minuten-Takt. Auf dieser Strecke werden nicht nur die Gleise erneuert. Zusätzlich werden der Bahnübergang in der Brunhamstraße erneuert sowie zwei Brücken in Gilching inspiziert. Dies bleibt aber für die Münchner in den Osterferien nicht die einzige Baustelle. Denn: Seit dem 30. März wird an der Tunnelstation am Hauptbahnhof gewerkelt. Streckensperrungen, und das ist die gute Nachricht, gibt es aber nur zwischen 23.45 Uhr und 4.50 Uhr, und das obendrein nur unter der Woche von Montagabend bis Freitagfrüh. An den Wochenenden und tagsüber ist der Verkehr nicht beeinträchtigt.

Florian Fussek

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