Blick auf die Wetterkerze

Wetter-Orakel Sepp Haslinger: Schlechte Nachrichten für Weihnachten und Ostern in Bayern

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Unbeirrbar: Obwohl er schon so manches Mal daneben lag, stützt sich Sepp Haslinger (76) für seine Winterprognosen weiter auf den Blütenstand de r Königskerze. 

Ob man ihm nun Glauben schenkt oder nicht: Für viele Menschen ist es fast schon ein Ritual, im August bei Sepp Haslinger nachzufragen, wie der Winter wird. Und er hat schlechte Nachrichten... 

Benediktbeuern – Trotz manchen Spotts, den der Benediktbeurer über sich ergehen lassen muss, scheut er auch heuer nicht vor einer eindeutigen Prognose zurück. Die lässt sich kurz so zusammenfassen: Grüne Weihnachten und weiße Ostern.

Als Anhaltspunkt für seine Vorhersage dient dem ehemaligen Hüttenwirt bekanntlich das Aussehen der Kleinblütigen Königskerze im Hochsommer. Je nachdem, wie viele kleine gelbe Blüten an dem länglichen Blütenstamm aufgehen und an welcher Stelle, zieht der 76-Jährige seine Schlüsse über Zeitpunkt und Intensität des Schneefalls im folgenden Winter.

Wetter-Vorhersage für den Winter 2018/19 in Bayern: Früher Schnee, aber...

Haslingerse Einschätzung: „Heuer wird schon früh der erste Schnee fallen, spätestens Mitte, Ende Oktober.“ Bis in den Dezember hinein schneie es dann regel-, wenn auch nicht übermäßig. Ausgerechnet zur Wintersonnenwende, also kurz vor Weihnachten, sei dann „eine Flaute“ zu erwarten. Doch schon nach dem Fest der Liebe beziehungsweise um Neujahr gehe es weiter mit der weißen Pracht – und das bis relativ weit ins neue Jahr hinein. Auch wenn Ostern 2019 relativ spät liegt – erst am 21./22. April – hält der Benediktbeurer Wetterprophet für gut möglich, dass die Menschen in der Region die Eier im Schnee suchen müssen.

Wetter-Vorhersage für Winter 2017/18 war mäßig erfolgreich

Für den Winter 2017/18 hatte Haslinger übrigens prophezeit, es werde „gar keinen Schnee“ geben. Was folgte, war eine Wintersport-Saison der Superlative. Am Brauneck wurden über 120 Skitage verzeichnet, an denen keine künstliche Beschneiung notwendig war. In der Jachenau waren die Loipen von 15. Dezember bis 24. März durchgehend gespurt. Schneeflaute herrschte an den meisten Orten im Landkreis nur im Januar.

Aber andererseits scheitern selbst erfahrene Wetter-Experten, wie der bekannte Metereologe Kai Zorn aus Ellbach an Langzeitprognosen, wie akutell für den Sommer 2018. Den prognostizierte Zorn als durchwachsen mit wenig Gewittern. 

Sepp Haslinger lässt sich von derlei Berichten nicht aus dem Konzept bringen. Seine persönliche Deutung: So viel Schnee sei gar nicht gefallen. In Lenggries und der Jachenau sei der Schnee lediglich von den Bergen hergeweht worden. Nur einmal, da sei seine Prognose „in die Binsen gegangen“, räumt der Rentner mittlerweile ein – nämlich, als er vor einigen Jahren einen „Jahrhundertwinter“ verhieß, der sich dann aber als ausgesprochen schneearm erwies.

Nicht beirren lassen sich auch Haslingers Anhänger zwischen Tirol und Norddeutschland, die ihn seinen Angaben zufolge auch heuer wieder zahlreich kontaktierten. Die Bild-Zeitung fragte beim Benediktbeurer ebenso nach wie Sat.1. Zunehmend werde er dabei weniger nach seiner konkreten Prognose gefragt als nach seiner Methode. Doch eine Königskerze abzulesen, das könne nicht jeder, meint Haslinger. „Dazu muss man schon ein bisserl ein Naturbursche sein.“

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