Am Vatertag

Verrücktes Rennen in Taufkirchen: Ochsen und Kamele rennen um die Wette

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Duell auf Augenhöhe? Ochsen gegen Kamele – mit diesem Renn-Spektaktel wartet der Burschenverein Taufkirchen zum 125. Jubiläum auf. Wer am Ende die Nase vorn hat, weiß jetzt noch niemand, denn so ein Rennen gab es noch nie

Kamele und Ochsen rennen am Vatertag in Taufkirchen (Landkreis München) um die Wette. Das ist kein Scherz, sondern Bayerns vielleicht verrücktester Wettbewerb.

Taufkirchen – Dieses Rennen sorgt für Aufsehen in bayerischen Redaktionen. Zeitungen, Fernseh- und Radiosender sind heiß auf das Spektakel. Julius Ammereller, 25, von den Taufkirchner Burschen hat alle Hände voll zu tun mit den Presseanfragen. Die Journalisten seien teilweise „aus dem Häuschen“, sagt er. Aber klar: „So etwas hat es in Bayern auch noch nicht gegeben.“

Was sich am Vatertag (10. Mai) im Sportpark in Taufkirchen abspielt, wird in die Geschichte eingehen: Ochsen und Kamele rennen um die Wette. Noch nie sind diese zwei Tierarten gegeneinander angetreten. Wer gewinnt, ist offen. Insgesamt gehen acht Ochsen und vier Kamele mitsamt ihren furchtlosen Reitern an den Start. Die Strecke ist rund hundert Meter lang.

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Es ist Bayerns vielleicht verrücktestes Rennen. Der Burschenverein „Fröhlich Frisch auf Taufkirchen“ veranstaltet den interdisziplinären Wettkampf im Rahmen der Feierlichkeiten zu seinem 125. Jubiläum. Die Burschen hatten eigentlich geplant, dass ausschließlich Ochsen gegeneinander antreten. Doch sie konnten nicht genügend männliche Rinder auftreiben, die für derartige Rennen trainiert sind. „Also haben wir nach anderen Spezies geschaut“, sagt Ammereller. Bei einer Straußenfarm in Niederbayern habe man vergeblich angefragt. Anschließend sei man auf einen Kamelhof bei Grub im Mangfalltal gestoßen. Die Verantwortlichen seien total begeistert gewesen. Und nun stehen sich bald Ochs und Kamel gegenüber.

„Jez is aa scho wurscht“

Die Teilnehmer scharren bereits mit den Hufen. Kamal, das Kamel, und Frodo, der Ochs, könnten aufeinandertreffen. Kamal bringt 565 Kilogramm auf die Waage. Er ist ein selbstbewusstes Trampeltier. Auf seinem Steckbrief – jeder Starter hat so einen – schreiben seine Trainer bei Familienstand: „Deckhengst“. Sein Lebensmotto: „Ich bremse auch für Stiere.“ Eine Provokation! Da kann Frodo der Beutellose nur müde muhen. Den vierjährigen Ochs (Sternzeichen: Ochs) bringt nichts so schnell aus der Fassung. Frodos Motto: „Jez is aa scho wurscht.“ Sowohl die Kamele als auch die Ochsen haben Renn-Erfahrung. Die Wüstenschiffe aus dem Mangfalltal starteten zuletzt bei einem Kamel-Rennen in Aying. „Wir machen alles mit“, sagt Konstantin Klages, der Betreiber der Kamelhofes. Ähnlich äußert sich sein Gegenüber Nikolaus Friesenegger. Er und andere Mitglieder des Vereins „D’Ochserer Haunshofen“ haben sich zum ungleichen Wettbewerb bereit erklärt. „Für eine verrückte Idee kann man uns immer haben“, sagt Friesenegger.

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Doch das Ganze ist mehr als nur Spaß. „Es geht auch ums Prestige“, sagt Ammereller. Schließlich haben Vereine und Landwirte aus Taufkirchen für je einen Starter die Patenschaft übernommen. Das heißt: Die Kamele und Ochsen laufen zum Beispiel für einen Hof. Klar, dass jeder Bauer will, dass sein Ochs oder Kamel gewinnt. In den Vorrunden treffen erst einmal Ochsen auf Ochsen und Kamele auf Kamele. In der Finalrunde kommt es dann zum Showdown zwischen den Tierarten.

Unter Experten und auf sozialen Netzwerken wird wild spekuliert, wer am Ende die Schnauze vorn haben wird. Der Leiter des zuständigen Veterinäramtes Hans Marx ist zwiegespalten. Zwar spreche die Länge der Beine für die Kamele, sagt er. Aber: „Unsere heimischen Rinder sind zu außergewöhnlichen Leistungen fähig.“ Marx ist übrigens beim Rennen selbst vor Ort. Schließlich kann es nur unter strengen Auflagen stattfinden. Zum Beispiel müssen Ochsen und Kamele in zwei verschiedenen Bahnen laufen, die durch einen Zaun abgetrennt sind. Er achte vor allem auf den Tierschutz und die Tiergesundheit, sagt Marx. Doch wenn alles passt, steht dem Spektakel nichts mehr im Weg.

Das Rennen

Einlass ist um 11.30 Uhr. Es gibt ein buntes Vatertagsprogramm. Das Ochsen- und Kamelrennen geht ab 15 Uhr über die Bühne. Anschließend findet eine Siegerehrung statt. Um 18 Uhr spielt Roland Hefter mit seiner Band am Festplatz.

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