Mann stirbt bei Verkehrsunfall

TSV Weyarn trauert um verunglückten Fußballer

Weyarn - Der TSV Weyarn ist im Schockzustand. Nach dem Unfalltod eines Fußballers sagt der Verein alle Partien in den kommenden Tagen ab. Die Trauer ist groß, der Zusammenahlt aber auch.

Am Anfang war es nur eine schlimme Vermutung. Doch die wurde schnell zur traurigen Realität. Ein Fußballer des TSV Weyarn hatte am Montag auf merkur-online.de die Meldung von einem tödlichen Verkehrsunfall in Niederbayern gelesen. Kurze Zeit später stand fest, dass es sich um einen Kollegen aus dem Kreisklassen-Team handelt. Mario Bludau ist am Morgen bei Mitterskirchen (Kreis Rottal-Inn) mit seinem Firmenwagen frontal mit einem Lkw zusammengestoßen und war sofort tot.

Das Entsetzen ist groß bei seinem Verein. „Ich bin einfach nur sprachlos“, sagt Trainer Hans-Werner Grünwald und spricht damit vielen aus dem Herzen. Am Samstag hatte Bludau im Derby gegen die DJK Darching noch 45 Minuten lang im Mittelfeld gewirbelt. Zur Pause musste der 23-Jährige sich mit einer Oberschenkelzerrung auswechseln lassen. Es waren seine letzten Minuten im blau-weißen TSV-Trikot.

Die nächsten Spiele von erster und zweiter Mannschaft am Donnerstag und am kommenden Wochenende wurden noch am Montagabend abgesagt. „Das war sofort klar“, sagt der hörbar mitgenommene Fußball-Abteilungsleiter Thomas Spiesl. „Das kann man ja niemandem antun, jetzt zu spielen.“ Verband und Gegner signalisierten sofort ihre Zustimmung. Von vielen Vereinen aus dem ganzen Landkreis erhielten die Weyarner Zuspruch. „Deswegen ist es genauso schlimm, aber es ist gut zu wissen, dass man in solchen Momenten viele hinter sich hat“, sagt Spiesl.

Noch am Montagabend hatten sich spontan die Mannschaftskollegen, das Frauenteam, Freunde und Vereinsführung im Gasthof Alter Wirt getroffen, um gemeinsam zu trauern. „Es ist besser, wenn wir darüber sprechen, um das zu verarbeiten, als wenn jeder allein bei sich zu Hause sitzt“, sagt Spiesl.

Das findet auch TSV-Vorsitzender Albert Schweiger. „Es war toll, wie die Mannschaft reagiert hat.“ Das zeige auch, „was für einen tollen Zusammenhalt es in diesem Verein gibt“, betont Coach Grünwald. Er habe nur kurz überlegt, am Dienstag das Training ausfallen zu lassen. „Aber es ist besser, wenn wir uns ein bisschen bewegen und danach noch mal in der Kabine zusammensitzen.“ Er wisse selbst nicht, ob er die richtigen Worte findet. „Man kann das nicht verstehen.“ Darum sei es aber umso wichtiger zusammenzustehen. „Es muss ja weitergehen.“ Das sei sicher auch in Bludaus Interesse.

Der hatte das Fußballspielen beim FC Miesbach gelernt und war vor der Saison 2010/11 zum TSV Weyarn gewechselt. Im vergangenen Jahr war er von Miesbach nach Weyarn umgezogen „Er war sofort integriert bei uns“, berichtet Grünwald. „Mario hat sich enorm und bei jedem Jugendturnier mitgeholfen.“ Diesen Einsatz zeigte er auch sportlich. Obwohl er von vielen Verletzungen, unter anderem einem Kreuzbandriss, immer wieder zurückgeworfen wurde, kämpfte er sich immer zurück. „Er hatte gerade so richtig Fuß gefasst in der ersten Mannschaft“, sagt Grünwald. Im Juli hatte Mario Bludau im Totopokal sein erstes Tor für die Erste des TSV Weyarn geschossen. Er hat keine Chance mehr, weitere zu erzielen. (lxs)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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