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40 Zentimeter in 18,60 Sekunden: Wiagsogschneiden in Miesbach verläuft spektakulär

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Von: Sebastian Grauvogl

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Hin und her, ganz schön schwer: Georg Zinsbacher (l.) und Georg Gröbmeyer aus Weyarn an der Säge.
Hin und her, ganz schön schwer: Georg Zinsbacher (l.) und Georg Gröbmeyer aus Weyarn an der Säge. © Thomas Plettenberg

Mit einem Herzschlagfinale ist das Wiagsogschneiden im Hopf-Festzelt in Miesbach zu Ende gegangen. 24 Teams waren am Start. Der Sieger hatte nur eine knappe Sekunde Vorsprung.

Miesbach – Das Sägemehl staubte in Wolken, die Schweißtropfen rannen in Strömen: Spektakuläre Bilder lieferte das Wiagsogschneiden bei den Festtagen zum 100-jährigen Bestehen der Miesbacher Weißbierbrauerei Hopf.

20 Männer- und vier Frauenteams waren beim von den Fischbachauer Goaßlschnalzern ausgerichteten Wettbewerb angetreten, berichtet Vorsitzender Andreas Auer. Der Sieg wurde am Ende in einem Herzschlagfinale entschieden. Nur eine knappe Sekunde trennten die Erstplatzierten Peter Förderreuther und Lukas Konheiser aus Königsdorf von Vitus Utzschneider und Josef Ostler aus Ohlstadt auf Platz zwei.

Wiagsogschneiden in Miesbach: Teams duellierten sich im K.O.-System

Zwei Tannenstämme lagen auf der Bühne im Festzelt bereit. Beide entrindet und bis auf einen Durchmesser von 40 Zentimeter abgefräst, um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen, erklärt Auer. Die Münze entschied, welches Zweierteam an welchem Stamm die Säge ansetzen durfte. Wo genau, konnten die Teilnehmer selbst entscheiden – in einem von den Schiedsrichtern markierten Bereich. Immer zwei Paare duellierten sich im K.O.-System. Bei wem die Scheibe zuerst auf die Bühnenbretter krachte, kam eine Runde weiter.

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Wiagsogschneiden in Miesbach - Bestzeit waren 17 Sekunden

So kam es auch, dass die absolute Bestzeit des Abends mit gut 17 Sekunden nicht auf das Konto der Sieger aus Königsdorf ging, sondern in einer der Vorrunden von den späteren Zweitplatzierten aus Ohlstadt erzielt wurde. Doch auch die im Finale entscheidende Zeit war sehenswert: Genau 18,60 Sekunden zeigte die Stoppuhr: das Gründungsjahr des TSV 1860 München. Ob die Sieger Löwen-Fans sind, ist nicht überliefert. Dafür aber, dass sie eine bärenstarke Leistung an der Säge geboten haben.

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Reichlich spannend war es auch bei den Frauen. Hier kam’s im Finale zu einem Fischbachauer Gemeindederby. Am Ende hatten Josefa Leitner und Barbara Eichler die bessere Kombination aus Kraft und Geschick auf ihrer Seite. Und das, obwohl sie gegen zwei Zwillingsschwestern Anna und Magdalena Bucher angetreten waren.

Organisatoren zufrieden

Wilde Anfeuerungsrufe und lauten Jubel aus dem vollen Festzelt ernteten jedenfalls alle Teilnehmer. Und auch die Organisatoren der Goaßlschnalzer konnten sich stolz auf die Schultern klopfen. Viel Erfahrung als Veranstalter eines Wiagsogschneidens hatten sich zuvor nämlich eigentlich nicht, räumt Auer ein. „Wir haben das mal bei den Trachtlern gemacht.“ Das habe aber jemand bei der Brauerei Hopf mitbekommen – und dann gleich um eine Neuauflage in Miesbach gebeten. Mit Erfolg, wie der Abend im Zelt gezeigt hat. „Es ist alles gut gelaufen“, bilanziert Auer. Wie geschnitten Brot – oder besser: gesägtes Holz.

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