Wegen Schwarzbaus

Wiesn-Wirt muss 100.000 Euro Strafe zahlen

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Muss vor Gericht eine Niederlage einstecken: Wiesn-Wirt Manfred Vollmer wird wegen Schwarzbaus verurteilt.

Böbing - Der Bau einer Hütte kommt Manfred Vollmer teuer zu stehen. Vor Gericht wird der Wiesn-Wirt zu einer satten Geldstrafe verdonnert. Dabei spielt eine Journalistin eine wichtige Rolle.

Nach fünf Verhandlungstagen fiel am Donnerstag das Urteil: Wie die Schongauer Nachrichten berichten, muss Wiesn-Wirt Manfred Vollmer wegen seines Schwarzbaus am Granerweiher bei Böbing eine Geldbuße von 100.000 Euro zahlen!

Diesmal saß Vollmer wieder persönlich auf der Anklagebank des Weilheimer Amtsgerichts, nachdem er ein paar Tage zuvor im Augustinerzelt noch unabkömmlich gewesen war. Begleitet wurde der prominente Böbinger von seinen beiden Verteidigern. Die verhandelten noch vor Prozessbeginn mit der Staatsanwältin und einem Vertreter des Landratsamtes auf dem Gang des Gerichts darüber, wie nun in der Sache „Bußgeldbescheid gegen Vollmer“ zu verfahren sei.

Als die offizielle Verhandlung schließlich im Sitzungssaal begann, wehrten sich Vollmers Verteidiger mit Händen und Füßen gegen ein Urteil: Sie boten an, einen Geldbetrag zu zahlen, wenn das Verfahren eingestellt würde. Sie schlugen vor, eine größere Summe zu spenden, wenn das Landratsamt seinen Bescheid ändern würde.

Journalistin sagt gegen Wirt aus

Nach langem Hin und Her rief die Richterin die letzte Zeugin in dem Verfahren auf. Die Journalistin hatte in einem Zeitungsartikel über Vollmers Schwarzbau berichtet und ihn mit folgendem Satz zitiert: „Der Granerweiher war verwahrlost, ich konnte ihn vor zwei Jahren käuflich erwerben. Ich hab’ den See aufgeräumt, die Hütte weggerissen und eine neue hingebaut.“

Die junge Frau entschloss sich zu einer Aussage, obwohl sie als Journalistin ein Zeugnisverweigerungsrecht gehabt hätte. Sie habe mit dem Wiesn-Wirt telefoniert, bevor sie den Artikel verfasst habe. „Herr Vollmer hat das gesagt, was ich aufgeschrieben habe“, bestätigte sie. Die Anwälte versuchten daraufhin mehrmals, ihre Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen. Das jedoch misslang: Die Zeugin habe den letzten überzeugenden Stein gelegt, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer.

Da half es dann auch nichts mehr, dass Vollmers Verteidiger in seinem Plädoyer lang und breit ausführte, dass sein Mandant ja nur im Auftrag seiner Frau gehandelt habe, als er die Bauarbeiten und den Bau der beiden Hütten veranlasst habe: Der Wiesn-Wirt wurde zu einer Geldbuße von 100.000 Euro verurteilt. Die Entscheidung vor dem Verwaltungsgerichtshof, ob die Hütte wieder abgerissen werden muss, steht noch aus.

Kathrin Hauser

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