Halloween

Willkommen im Wolfratshauser Grusel-Haus

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Ist das etwa ein Geist? Yvonne LaPlatney Kammerer und Roland Watterott haben ihren Garten zu Halloween in einen Friedhof verwandelt.

Zwei Riesenspinnen krabbeln über die Hauswand von Yvonne LaPlatney Kammerer und Roland Watterott. Ein Monster blickt aus den Fenstern, und im Garten schlummern die Untoten. Zu Halloween erwacht das Haus des Schreckens.

Wolfratshausen– Wer dieser Tage abends bei Yvonne LaPlatney Kammerer und Roland Watterott klingelt, braucht starke Nerven. Unmengen von Spinnweben nebst der dazugehörigen Krabbeltierchen haben sich breitgemacht, im Inneren des Hauses hängen Kerzen von der Decke, und das Licht flackert unheilvoll. Willkommen im Wolfratshauser Grusel-Haus. Die Hausherrin hat jedes Spinnennetz eigens hergestellt, um Halloween am Dienstagabend zu feiern, wie es in den USA Brauch ist.

„Ich lebe zwar schon seit 28 Jahren in Deutschland, aber das Halloween-Gen steckt noch immer voll in mir“, erklärt die gebürtige Amerikanerin. Früher beschränkte sie sich auf etwas Innendeko und auf ein stilechtes Halloween-Menü für Gäste – Finger aus Würstchen, Ohrenschmalz aus Erdnussbutter und Insekten aus Babybel-Käse samt Salzstangen-Beinen.

Den Kindern gefiel die Deko - sie wollten mehr

Im vergangenen Jahr musste dann aber auch die Außenfassade als Kulisse herhalten: Eine überlebensgroße Spinne krabbelte die Mauer hinunter, aus den oberen Fenstern starrten zwei böse Augen, sobald das Licht in den Räumen anging. Den Kindern, die mit ihrem Spruch „Süßes oder Saures“ vor der Türe standen, gefiel es – und nahmen die 48-jährige Softwareentwicklerin in die Pflicht: „Und was machst Du nächstes Jahr?“, fragten sie.

Schaurig schön: Zu Halloween machen sich Spinnen an der Hauswand breit.

LaPlatney Kammerer begann zu überlegen und feilte an einem Plan, den sie heuer in die Tat umsetzt. „Die Hausseite, an der die Kinder entlang gehen, wird nicht so gruselig, die Rückseite zum Garten hin dafür umso mehr“, sagt die Wolfratshauserin. Heuer macht sich an der Front eine weitere Spinne mit glühend roten Augen breit, der Garten verwandelte sich in einen Friedhof – inklusive leuchtender Hände, die aus den Gräbern zu steigen scheinen.

Aus alten Kartons werden Grabsteine

„Das Basteln macht uns unglaublichen Spaß“, berichtet das Ehepaar. Dazu legt LaPlatney Kammerer Musik aus Horrorfilmen auf. „Irgendwie muss ich ja in Stimmung kommen“, sagt die 48-Jährige lachend. Und dann entstehen sie, die Hexen, Monster und Geister. Das ist in gewisser Weise auch eine Art Recycling. „Was sollte man sonst mit den alten Kartons und dem Verpackungsmüll machen?“ Im Halloween-Haus erhalten sie ein zweites Leben als Grabsteine mit Totenköpfen verziert.

Für ungewöhnliche Ideen gibt es indes auch ungewöhnliche Lösungen. „Ich wollte unbedingt eine Geisterfrau machen“, sagt LaPlatney Kammerer. Kurzerhand wickelte sie Tochter Christina mit durchsichtigem Klebeband ein. „Nein, nein“, ruft LaPlatney Kammerers Lebensgefährte Roland Watterott dazwischen, ahnend, dass gleich die 110 gewählt wird. Der Trick ist, das Klebeband wie einen Reißverschluss aufzuschneiden und dann die Naht wieder zu verschließen. Das Ergebnis ist eine schaurig-schöne, dreidimensionale Hülle, mit wehendem, weißen Haar und einer Kerze in der Hand – und mit Christinas Figur und Gesichtszügen.

Ist Halloween vorbei, müssen Spinnen, Monster und Co bis zur nächsten Geisternacht auf den Dachboden ziehen. „Hier liegen sie dann neben dem Osterhasen“, lacht LaPlatney Kammerer, wenn sie das erzählt. „Sie scheinen sich recht gut zu verstehen. Zumindest habe ich von keiner Seite Beschwerden bekommen.“

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