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Wintereinbruch fordert dramatische Unfälle in der Region: Auto kracht frontal gegen Rettungswagen

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Von: Sabine Schörner, Christiane Mühlbauer

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Auf der Straße zwischen Tölz und Königsdorf kollidierte ein Autofahrer mit einem Rettungswagen. In diesem befand sich kein Patient. Der Sachschaden am Einsatzfahrzeug ist allerdings erheblich.
Auf der Straße zwischen Tölz und Königsdorf kollidierte ein Autofahrer mit einem Rettungswagen. In diesem befand sich kein Patient. Der Sachschaden am Einsatzfahrzeug ist allerdings erheblich. © Dominik Bartl

Der neuerliche Wintereinbruch brachte einige Autofahrer mächtig ins Schleudern. Die Polizeistationen im südlichen Landkreis verzeichnete seit Freitag zahlreiche Unfälle.

Bad Tölz – Die winterlichen Straßenverhältnisse unterschätzt hat laut Polizei ein 67-jähriger Benediktbeurer. Er war am Freitag gegen 16.25 Uhr in Bad Heilbrunn mit einer Arbeitsmaschine unterwegs, auf der keine Winterreifen aufgezogen waren. In Fahrtrichtung Bichl vor dem Kreisverkehr kam der mobile Kran ins Rutschen und prallte gegen die Beschilderung der Verkehrsinsel. Dabei entstand ein Schaden von circa 2000 Euro.

Unfallflucht in Bichl

Nicht angepasste Geschwindigkeit bei winterlichen Straßenverhältnissen war vermutlich die Ursache eines Unfalls am Freitag gegen 17.50 Uhr in Bichl. Beim Abbiegen von der B472 nach rechts in Richtung Bichl kam ein schwarzer Pickup mit Anhänger aus der Spur und beschädigte die Verkehrsinsel. Ohne sich um den Schaden von etwa 500 Euro zu kümmern, fuhr der Fahrer weiter. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Tölzer Polizei unter der Telefonnummer 0 80 41/76 10 60 zu melden.

Mit Rettungswagen kollidiert

Am Samstag gegen 14 Uhr kam es zu einem schweren Verkehrsunfall in Wackersberg. Ein 45-jähriger Mann aus Seeshaupt fuhr mit seinem VW auf der TÖL7 von Königsdorf in Richtung Bad Tölz, als er in einer starken Rechtskurve nach links auf die Gegenfahrbahn geriet. Sein VW kollidierte frontal mit einem Rettungswagen des BRK, in dem sich zum Glück kein Patient befand. Der Fahrer des Rettungswagens und sein Beifahrer, 44 und 54 Jahre alt, wurden durch den Zusammenstoß leicht verletzt.

Der VW-Fahrer erlitt ebenfalls leichte Verletzungen, sein dreijähriger Sohn im Auto kam mit dem Schrecken davon. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf insgesamt circa 115 000 Euro, da nicht nur der Rettungswagen selbst, sondern auch die darin befindlichen medizinischen Geräte zum Teil stark beschädigt wurden.

18-Jähriger verliert Kontrolle

Nur eine halbe Stunde später ereignete sich ein weiterer Unfall in der Gemeinde Wackersberg. Ein 18-Jähriger fuhr mit seinem Mitsubishi auf der Staatsstraße 2064 von Bad Tölz in Richtung Bad Heilbrunn. Aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Pkw kam ins Schleudern und krachte gegen einen Baum. Obwohl an dem Mitsubishi Totalschaden (in Zahlen: 7000 Euro) entstand, blieb der junge Mann unverletzt.

Zwei Unfälle in Urfeld: Mann mittelschwer verletzt

Gleich zwei Mal hat es am Samstag an der gleichen Stelle auf der B11 von Walchensee kommend kurz vor dem Ortseingang von Urfeld gekracht. Wie die Polizei Kochel berichtet, war es an dieser Stelle extrem glatt. Ein Amerikanisch sprechender Urlaubsgast (73) aus Nordrhein-Westfalen war dort gegen 13.50 Uhr mit seinem Leihwagen unterwegs und konnte sein Fahrzeug in der Rechtskurve nicht mehr halten.

Er krachte gegen drei geparkte Autos am Straßenrand, die durch die Wucht des Aufpralls ineinander geschoben wurden. Unglücklicherweise befand sich zwischen den Fahrzeugen eine Person am Kofferraum. Der Mann (52) aus Türkenfeld wurde dabei erheblich an den Beinen verletzt. Zur Erstversorgung kam der Hubschrauber Christophorus von der Klinik in Innsbruck mit einem Notarzt. Er flog aufgrund der Witterung tief unter den Wolken, was in der Region für Aufmerksamkeit sorgte. Der Verletzte wurde dann mit dem Rettungswagen in die Unfallklinik nach Murnau gebracht. Der Sachschaden an allen Autos, die laut Polizei fast alle noch als Neuwagen einzustufen sind, ist mit rund 50 000 Euro beträchtlich.

Bei einem Unfall am Walchensee wurde ein Mann mittelschwer verletzt. Er stand am Kofferraum seines Fahrzeugs, als ein Autofahrer in mehrere geparkte Wagen krachte und diese ineinander schob. Der Sachschaden liegt bei rund 50 000 Euro.
Bei einem Unfall am Walchensee wurde ein Mann mittelschwer verletzt. Er stand am Kofferraum seines Fahrzeugs, als ein Autofahrer in mehrere geparkte Wagen krachte und diese ineinander schob. Der Sachschaden liegt bei rund 50 000 Euro. © Wasserwacht Walchensee

Gut vier Stunden später krachte es an dieser Stelle erneut. Ein 26-jähriger aus Kaiserslautern verlor gegen 18.20 Uhr mit seinem Opel wegen mangelnder Fahrpraxis auf Eis und Schnee die Kontrolle über sein Fahrzeug, berichtet die Polizei Tölz. Der Pkw krachte in den Leihwagen des Urlaubsgasts, der dort immer noch vom Nachmittag stand. Der 26-Jährige blieb unverletzt. Der Sachschaden beläuft sich auf insgesamt 7000 Euro.

Aus der Kurve getragen

Die winterlichen Straßenverhältnisse wurden auch einem 21-jährigen Eurasburger zum Verhängnis. Der junge Mann fuhr mit seinem BMW am Samstag gegen 20.45 Uhr auf der Straße von Fischbach in nördlicher Richtung. Im Ortsteil Thal verlor er auf der abschüssigen Straße in einer Linkskurve die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam nach rechts von der Straße ab. Sein BMW touchierte einen Telefonmast. Der Schaden ist mit 12 000 Euro beträchtlich. Der 21-Jährige kam mit den Schrecken davon.

Einsätze der Bergwacht

Auch die Bergwacht-Bereitschaften aus Tölz und Lenggries waren bei dem Schneefall am Samstag gefordert, wie Norbert Weinhuber berichtet. Um 12.45 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Oberland die Tölzer Bergretter und den Landrettungsdienst zu einer gestürzten Fußgängerin auf dem Isarradweg. Bei Bocksleiten trafen die Einsatzkräfte auf eine 86-jährige Tölzerin, die sich beim Sturz eine Verletzung am Unterarm zugezogen hatte.

Nachdem die Helfer die Extremität geschient hatten, transportierte man die Verletzte mit dem Bergrettungsfahrzeug ins Krankenhaus. Zum zweiten Einsatz rief man die Einsatzkräfte gegen 13.30 Uhr. Die Lenggrieser Kollegen forderten den Tölzer Bergwacht-Notarzt zu einer vermuteten allergischen Reaktion unterhalb der Lenggrieser Hütte nach. Mit dem neuen Lenggrieser Geländefahrzeug gelangten der Notarzt und die Lenggrieser Bergretter zur Einsatzstelle. Nachdem die Versorgung abgeschlossen war, unterstützte man noch beim Abtransport ins Tal. 

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