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Doch kein „Karl-May-Abend mit Zigeunerschnitzel und Negerkuss-Semmel“? Wirt ist Post „unendlich peinlich“

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Aus Protest zur Winnetou-Debatte kündigte Wirt Ole Krug eine spezielle Aktion an. Jetzt distanziert er sich von dem Post.
Aus Protest zur Winnetou-Debatte kündigte Wirt Ole Krug eine spezielle Aktion an. Jetzt distanziert er sich von dem Post. © imago stock&people

Die Facebook-Ankündigung zu einer Winnetou-Protestaktion von Wirt Ole Krug schlug Hohe Wellen. Nun Krug sich in der Redaktion gemeldet. Er müsse einiges klarstellen.

Weilheim – „Was da mit dem Winnetou-Zigeunerschnitzel-Posting passiert ist, ist mir unendlich peinlich“, meinte er am Mittwoch. Die entsprechende Veranstaltungsankündigung für eine Winnetou-Filmnacht, bei der „Zigeunerschnitzel“ und „Negerkuss-Semmeln“ serviert werden sollen, hätten seine beiden Töchter (12 und 15) ohne sein Wissen auf der Facebook-Seite seiner Gaststätte gepostet, berichtete Krug. „Wir hatten am Frühstückstisch über das Thema gesprochen. Dann haben sich die Mädchen mein altes Handy genommen, das dummerweise nicht passwortgesichert war und haben die Nachricht gepostet“, berichtete der Wirt.

Da war das Verhältnis noch ungetrübt: Dieses Foto entstand bei der Übernahme des Naturfreundehauses in Weilheim durch Ole Krug (Mitte, mit Blumenstrauß)
Da war das Verhältnis noch ungetrübt: Dieses Foto entstand bei der Übernahme des Naturfreundehauses in Weilheim durch Ole Krug (Mitte, mit Blumenstrauß). © EMANUEL GRONAU

Wirt: „Habe das Posting sofort gelöscht, als ich es gesehen habe“

Als er es Stunden später bemerkte, habe er es sofort selbst gelöscht. Aber da hatte sich die Nachricht bereits weit verbreitet und für viel Ärger und Diskussionen gesorgt.

„Es wird definitiv keine solche Veranstaltung bei uns geben“, stellte Ole Krug klar. Er verwahre sich dagegen, in die rechte Ecke gestellt zu werden. „Wir sind hilfsbereite und sozial eingestellte Menschen“, erklärte er. Man habe bei sich im Hostel Flüchtlinge aufgenommen, Benefizkonzerte organisiert – derartige Behauptungen seien absurd.

„Hätte nicht gedacht, dass sich Nachricht so schnell verbreiten könnte“

Für ihn sei das Erlebnis lehrreich gewesen, so der Wirt weiter. Er hätte nicht gedacht, dass sich so eine Nachricht derartig schnell verbreiten könne. Und er hat auch sein altes Handy umgehend mit einem Passwortschutz versehen. Mit dem Naturfreundeverein als Verpächter seiner Gaststätte wolle er zeitnah das Gespräch suchen und die Missverständnisse aus dem Weg räumen. Und ob noch lange „Zigeunerschnitzel“ auf seiner Karte steht, werde sich zeigen.

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