Betretungsverbot für Wörth- und Pilsensee

Runter von den Seen! Gefährliches Tauwetter lässt jetzt die Eisflächen brechen

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Seefeld verbietet das Betreten von Wörthsee und Pilsensee.

Nach tagelangem Dauerfrost kommt jetzt Tauwetter. Für die kleineren Seen bedeutet das: Runter vom Eis! Wörthsee und Pilsensee wurden gesperrt. Trotzdem ist die Wasserwacht in Alarmstimmung.

Wörthsee/Weßling - Wer am Wochenende einen lustigen Ausflug auf das Eis von Wörthsee oder Pilsensee plant, der hat Pech. Am Ufer erwarten ihn Schilder, die am Freitag in aller Eile der Bauhof der Gemeinde Seefeld (Kreis Starnberg) aufgestellt hat: „Betreten der Eisfläche verboten!“

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Das Risiko ist einfach zu hoch, sagt der Starnberger Kreisbrandrat Markus Reichart, der in den Entscheidungsprozess eingebunden war. Auslöser für den Erlass des Betretungsverbots war eine gefährliche Situation am Donnerstagnachmittag auf dem Wörthsee, wo ein Eissegler eingebrochen war. Der Mann konnte sich selbst retten. Dennoch riet die Polizei Herrsching dringend zu einem Betretungsverbot.

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Gemeinde Wörthsee erlässt kein Betretungsverbot

„Damit hat sie nun eine Handhabe, um die Leute vom Eis zu vertreiben“, sagt Fritz Cording, Geschäftsführer der Gemeinde Seefeld. Allerdings nur im Seefelder Bereich. Die Gemeinde Wörthsee erließ für ihre Uferbereiche kein Betretungsverbot, rät aber gleichfalls dringend vom Eisspaziergang ab. Denn die Wetterprognose ist eistechnisch gesehen nicht gut.

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Es wird wärmer - am Sonntag bis zu plus zehn Grad. Der stellvertretende Chef der Kreis-Wasserwacht, Christian Schlosser, erwartet trotzdem einen „Ansturm“ auf die Seen, die im Münchner Umland sehr beliebt sind. Dazu gehört auch der Weßlinger See, wo sich am vergangenen Wochenende hunderte Schlittschuhläufer tummelten. Der See ist wesentlich kleiner als der Wörthsee und auch schon länger zugefroren. Weßlings Bürgermeister Michael Muther hat kein Betretungsverbot verfügt, rät jedoch zur Achtsamkeit. Der See habe „kein gesundes, gewachsenes Kerneis“. Muther weiter: „Da liegt die Verantwortung schon bei jedem Einzelnen.“

Schrecksekunden auf dem Wörthsee: Ein Eissegler steigt am Donnerstagnachmittag aus dem eisigen Wasser - er war eingebrochen.

„Eis durch Wind nicht gleichmäßig dick gefroren“

Ähnlich gesunder Menschenverstand ist an zahlreichen kleineren Seen und Weihern in Oberbayern gefragt. Im Kreis Weilheim-Schongau etwa sind der Haslacher See und der Lugenauer See zugefroren. Aber der Schongauer Wasserwacht-Kreischef Gerd Merk warnt: „Das Eis ist durch den Wind nicht gleichmäßig dick gefroren“ - stellenweise herrscht Einbruchgefahr. Besonders gefährlich ist es am sogenannten Schongauer Lido - der Lech-Stausee friert immer wieder zu, doch es ist bewegtes Wasser. An den kleineren Seen im Landkreis München - zum Beispiel am Poschinger Weiher – gibt es aus Haftungsgründen generell ein Betretungsverbot.

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Gleichsam nicht ratsam ist das Betreten des augenscheinlich zugefrorenen und mit Schnee bedeckten Schliersees, auf dem auch am Freitag Spaziergänger zu sehen waren. „Keine Freigabe“ - heißt es bei der Wasserwacht. Grundsätzlich nicht. Auch am Tegernsee sind die Buchten zugefroren. Das gab es zuletzt vor sechs Jahren. Doch aufs Eis wagt sich niemand.

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Am Schliersee gibt es eine Station der Retter, ebenso an Wörthsee und Pilsensee. „Die Feuerwehr Steinebach hat sogar einen Multigleiter“ - ein Eisretter mit Motorantrieb, wie der Starnberger Wasserwachtler Christian Schlosser erläutert. Bis zu zwölf Mann werden an beiden Seen am Wochenende vor Ort sein - sicher ist sicher.

Dirk Walter

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