Versicherung zahlt nicht

Wohnungsbrand: Jetzt leben sie in der Gartenlaube

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Hans Z. (49) und Barbara B. (69) zeigen ihr ausgebranntes Wohnzimmer in Oberschleißheim. Die Versicherung will den Schaden nicht zahlen.

München - Kurz vor Weihnachten im letzten Jahr brannte die Wohnung von hans Z. und Barbara B. komplett aus. Weil die Versicherung nicht zahlen will, leben sie nun in einer Gartenlaube.

Schwarzer Ruß bröselt von den Wänden, die Fenster sind zersplittert, im ganzen Raum liegt Schutt. Es ist das Wohnzimmer von Hans Z. (49) und seiner Lebensgefährtin Barbara B. (69) in Oberschleißheim – völlig ausgebrannt am 20. Dezember 2013. Aber ihre Versicherung will nicht zahlen!

„Ich habe 30 Jahre lang hier gewohnt. Kurz vor Weihnachten gab es vormittags einen Kurzschluss an der Weihnachtsbeleuchtung. Plötzlich stand der Raum in Flammen“, sagt Barbara B. unter Tränen. Benommen vom Rauch ruft sie die Feuerwehr – Einsatzkräfte löschen den schweren Brand. Aber die 52 Quadratmeter große Wohnung ist zerstört. „Wir haben unser Zuhause verloren und stehen vor dem Nichts.“

Bitter: Seit Wochen streitet das Paar mit der Versicherung, bei der Barbara B. jahrzehntelang Kunde ist – kriegt aber weder die vertraglich zugesicherte Soforthilfe von bis zu 100 Hotel-Übernachtungen, noch wird der Schaden reguliert. Der Grund: Die Versicherung stützt sich auf ein Gutachten, das Fahrlässigkeit unterstellt (siehe unten). Barbara B. behauptet: „Der Gutachter wollte mir einreden, ich sei beim Rauchen eingeschlafen. Das stimmt aber nicht.“

Versicherung bietet 5000 Euro Abfindung

Das Paar hat sich in seiner 8-qm-Gartenlaube in Feldmoching einquartiert.

Die Miete von 700 Euro muss das Paar weiter bezahlen – auch der Vermieter lässt nicht mit sich reden. Ein neues Zuhauses? Ist nicht in Sicht. Hans Z. sagt: „Aus der Not heraus wohnen wir jetzt in unserer kleinen Gartenlaube in Feldmoching.“ Auf acht Quadratmetern. Ohne Heizung, ohne Dusche. „Lange halten wir das nicht durch. Die Situation belastet.“ Wie geht’s jetzt weiter? 5000 Euro Abfindung bietet die Versicherung, um einen Rechtsstreit zu vermeiden. „Die Versicherung versucht sie auszuhungern“, sagt Anwalt Christopher Knerr (42), der das Paar vertritt. „Ihnen stehen 35 000 Euro zu. Wir werden klagen.“ Nur: Ein Prozess kann Jahre dauern. Zipf: „Wir wollen nur unser Leben zurück.“

Deshalb zahlt die Versicherung nicht

„Frau B. teilte uns mit, dass der Brand durch einen technischen Defekt an einem Kabel verursacht worden sei. Dies deckte sich nicht mit den Aussagen der Polizei, die von einem fahrlässigen Verhalten ausging“, sagt Christian Krause von der Generali. Zur Klärung des Falls sei ein Gutachten bei der IHK in Auftrag gegeben worden – mit dem Ergebnis, „dass die Ursache des Brandes der unsachgemäße Umgang mit Tabakwaren sei“. Krause: „Generell gilt, dass bei versuchter Irreführung keine Leistungen im Schadensfall erbracht werden.“ Das treffe aus Sicht der Generali auch im Fall von Frau B. zu. Für die Wartezeit bat die Versicherung Barbara B. „um Entschuldigung“.

Andreas Thieme

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