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Wolf mehrmals im Ebersberger Forst gesichtet – „Sie mögen keinen Wald mit S-Bahn-Anschluss“

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Von: Robert Langer

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Die Hinweise verdichten sich: Im bayerischen Landkreis Tirschenreuth soll ein Wolf mehrere Schafe getötet haben. (Symbolbild)
Wölfe sorgen immer wieder für Aufregung. ©  Symbolbild/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Es waren jüngst eine ganze Reihe von Landkreisbürgern, die versicherten, einen Wolf im Ebersberger Forst gesichtet zu haben. Beweise gibt es nicht. Möglich wäre der Besuch des Tieres dennoch.

Landkreis Ebersberg – Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg wurde informiert. „Wir haben keine Hinweise gefunden“, so die stellvertretende Abteilungsleiterin Roswitha Holzmann auf Anfrage der EZ. Sie war selbst vor Ort im Forst, um die Aussagen zu überprüfen. Dass nichts entdeckt wurde, heißt aber nicht, dass kein Wolf da war. „Möglicherweise ein Jungtier, das durchgewandert ist“, so die Biologin.

Wolf im Ebersberger Forst: Möglicherweise ein Jungtier auf Durchwanderung

Ähnlich sieht das auch Heinz Utschig, Leiter der Staatsforsten Wasserburg und zuständig für den Ebersberger Forst. Dass sich hier ein Rudel ansiedeln könnte, sei unwahrscheinlich, sagt er. Zu wenig Platz und zu viele störende Menschen, die den Forst als Erholungsraum nutzen. „Wölfe mögen keinen Wald mit S-Bahn-Anschluss“, so Utschig. Falls ein Wolf im Forst gewesen sein solle, dürfte er inzwischen wieder verschwunden sein. Die Tiere seien üblicherweise scheu und würden Menschen meiden. Utschig rät jedoch Spaziergängern mit Hunden, zur Sicherheit ihre Tiere anzuleinen.

 „Wölfe mögen keinen Wald mit S-Bahn-Anschluss.“ 

Heinz Utschig, Leiter der Staatsforsten Wasserburg 
Eine mutmaßliche Wolfssichtung gelang im April 2021 bei Aßling..
Eine mutmaßliche Wolfssichtung gelang im April 2021 bei Aßling. © privat

Auch Holzmann geht davon aus, dass ein möglicher wölfischer Besucher auf der Suche nach einem neuen Rudel inzwischen schon wieder verschwunden ist. „Wir hatten keine neuen Sichtungsmeldungen mehr.“ Das Tier könnte schon weit weg sein. „Ein Wolf kann in einer Nacht 50, 60 Kilometer zurücklegen.“

Belegt: Schafe 2015 durch Wolf gerissen

Die jüngste Sichtung eines Wolfes im Landkreis Ebersberg war im April 2021 durch einen Jäger bei Aßling. Eindeutig belegt war ein „Besuch“ im April 2015, als ein Wolf auf einer großflächigen Weide des damaligen Kreisvorsitzenden des Bauernverbandes Franz Lenz an seinem Hof bei Zorneding Schafe gerissen hatte.

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