Doch es gibt Ersatz

Beliebtes Fest fällt heuer aus

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Buntes Treiben: Viele Hundert Be sucher kamen zum Bürgerfest 2016. Anders als ursprünglich geplant wird es heuer jedoch keine Neuauflage geben. 

Die Vorfreude war groß, doch nun ist bekannt, dass das Wolfratshauser Bürgerfest heuer nicht stattfindet. Die Stadt hat aber einen Ersatz geschaffen – und möchte künftig frühzeitiger planen.

Wolfratshausen – Die Vorfreude nach dem jüngsten Fest war groß. Alle zwei Jahre findet das Bürgerfest in Wolfratshausen statt. Bei der jüngsten Auflage reihten sich Unternehmen und Vereine der Kommune in der Markstraße um eine große Festbühne, auf der Konzerte und Showacts für Unterhaltung sorgten. Viele Hundert Besucher feierten in der Innenstadt. Das war 2016. Nach dem Zwei-Jahres-Turnus müsste heuer erneut ein Bürgerfest stattfinden. Daraus wird nichts. Die Stadt hat aber einen Ersatz geschaffen – und möchte künftig frühzeitiger planen.

„Dieses Jahr wird es kein Bürgerfest in Wolfratshausen geben“, bestätigt Stadtmanager Dr. Stefan Werner auf Nachfrage unserer Zeitung. Dies sei das Ergebnis eines Gesprächs, das bereits vor einigen Wochen anberaumt gewesen sei. „Wir haben alle an einen Tisch geholt, die sich am letzten Fest beteiligt hatten – sowohl von städtischer Seite als auch Vereine.“ Die Quintessenz des Treffens: „Eine Neuauflage ist nicht möglich.“ Es habe sich gezeigt, dass gerade die Vereine „nicht genügend zeitliche Kapazitäten haben, um das ganze Programm zu stemmen. Die Vorlaufzeit wäre wohl zu knapp gewesen, um das auszurichten“. Mit am Tisch saß der Vorsitzende des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen LAW), Hans-Werner Kuhlmann. Er bestätigt, dass die zu knappe Zeitplanung ein Knackpunkt war: „Das Gespräch hat vor vier, vielleicht sechs Wochen stattgefunden. In der Kürze der Zeit hätten wir kein so üppiges Programm auf die Beine stellen können.“ 

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Vor zwei Jahren beteiligten sich noch zehn Vereine aus der Loisachstadt – Sportler, Künstler, Interessensverbände und Rettungskräfte – und sorgten für Sport- und Spielangebote, Erfrischungen, Infostände und Auftritte. „Das war unheimlich viel Engagement von vielen Helfern und Vereinen“, sagt Kuhlmann. Für Werner wäre ein Bürgerfest ohne dieses Engagement nicht vorstellbar: „Solche Veranstaltungen funktionieren am besten, wenn sie von vielen Beteiligten getragen werden“, sagt der Stadtmanager. Ein zweiter Grund für den Ausfall ist laut Kuhlmann die Termindichte in diesem Sommer: „Wegen der Fußball-Weltmeisterschaft fällt schon ein ganzer Monat weg, in dem man das Fest hätte ausrichten können.“ Die Möglichkeit, in den Sommerferien zu feiern, sei ebenfalls suboptimal: „Da sind zu viele Leute im Urlaub.“ Für Kuhlmann steht fest: „Die einmalige Absage heißt auf keinen Fall, dass wir das Bürgerfest jetzt ganz aufgeben wollen.“ Im Jahr 2020, so seine Vorstellung, soll wieder gefeiert werden. Der Verein LAW und der Werbekreis Einkaufsstadt Wolfratshausen hätten mit dem „White Dinner“, das wie berichtet 400 Besucher an die alte Floßlände gelockt hatte, eigenständig einen „kleineren Ersatz“ geschaffen.

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Auch die Kommune hat umgeplant: Zwar müsse mit dem Bürgerfest ein populärer Termin aus dem Veranstaltungskalender gestrichen werden, „mit dem Kneipenfestival haben wir aber eine andere Veranstaltung wieder zum Leben erweckt“, sagt Stadtmanager Werner. Das Band- und Kneipenfestival, das für 15. September geplant ist, fand zuletzt 2010 statt. Das Engagement, die früher sehr beliebte Veranstaltung wieder durchzuführen, stammte von dem Wolfratshauser Wirt Stefan „Jason“ Thalhammer, Betreiber von „Chili’s Tex Mex Bar“.

Das Kneipen- und das Bürgerfest haben eine Gemeinsamkeit: Stadtmanager Werner möchte sie in einen Dreijahresplan aufnehmen – „damit die Vereine und Bürger in Zukunft besser langfristig planen können“, wie er andeutet. In der Sitzung des Kulturausschusses am kommenden Donnerstag, 12. Juli, stellt er den Tagesordnungspunkt „Stadtmarketing durch Dreijahresplanung von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen“ vor, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Was genau sich dahinter verbirgt und welche Veranstaltungen diese Planung betrifft, verrät er im Gespräch mit unserer Zeitung nicht: „Das erfahren Sie in der Sitzung.“ Dominik Stallein

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