Bericht offenbart erschütternde Details

So verzweifelt kämpfte die Mutter um Yanniks Leben

In Neubiberg trauert man um den kleinen Yannik.

Neubiberg - Nach dem tragischen Tod von Yannik (8) steht Neubiberg noch immer unter Schock. Jetzt hat die Polizei Einzelheiten des Unglücks bekannt gegeben. Die Details sind erschütternd.

Es war der wohl schlimmste Moment in ihrem Leben, als Konstanze T. (Name geändert) am Freitagnachmittag ihren Yannik (8) entdeckte: Erdrückt von schweren Gipsplatten, gefangen in einer tödlichen Falle. Als der Drittklässler gegen 12.45 Uhr von der Schule nach Hause kam, war seine Mutter gerade im Garten und entsorgte die Verpackung der kurz zuvor angelieferten Platten. Yannik muss die zwei Meter langen und jeweils 25 Kilo schweren Ungetüme so unglücklich berührt haben, dass gleich acht davon umfielen und ihn gegen die Wand quetschten. Wie die Polizei am Dienstag bekannt gab, drückte das ganze Gewicht auf Yanniks Hals. Verzweifelt versuchte Konstanze T., ihren Sohn zu befreien. Doch die Platten hatten sich verkeilt. Auch herbeigeeilte Nachbarn schafften es nicht, die Platten anzuheben. Wertvolle Minuten vergingen, bis die Feuerwehr eintraf und sich Stück für Stück zu dem Kleinen vorarbeitete. Die Rettung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst, der First Responder und der Feurwehr Neubiberg. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr musste mit Hand- und Stichsägen die Gipskartonplatten zerlegen, um Yannik zu befreien. Doch Yannik bekam keine Luft mehr. Er starb trotz der verzweifelten Widerbelebungsversuche des Notarztes.

Bilder aus Neubiberg

Bub (8) von Gipsplatten erschlagen

Auch in Yanniks Schule in Neubiberg ist die Trauer riesengroß. „Wir können das alle nicht begreifen, ich weiß nicht, ob man das überhaupt jemals kann“, sagt Susanne Sieben-Pröschl (46), Leiterin der Volksschule Neubiberg, betroffen gegenüber dem Münchner Merkur. „Er war so ein goldiger, aufgeweckter Bub.“ Mitarbeiter des Kriseninterventions-Teams (KIT) haben die Lehrer noch vor Schulbeginn darauf vorbereitet, wie sie den Schulkindern das schlimme Unglück begreiflich machen können. Den ganzen Tag über waren sie in Yanniks Klasse. Hier war die psychologische Hilfe besonders notwendig.

„Wichtig ist es, die Kinder einfach erst einmal reden zu lassen, alles was sie fühlen und denken, auszusprechen“, sagt Sieben-Pröschl. Die Schule hat einen Raum eingerichtet mit Blumen und Kerzen. Die Kinder können dort auch Briefe mit ihren Abschiedsworten an Yannik ablegen.

tz

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