Erstes Interview

Zornedings Ex-Pfarrer hält Kritik an CSU-Politikern aufrecht

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Pfarrer Ndjimbi-Tshiende.

Zorneding - Der nach rassistisch motivierten Morddrohungen zurückgetretene dunkelhäutige Pfarrer von Zorneding (Oberbayern) hält seine Kritik an ausländerfeindlichen Äußerungen aus der CSU aufrecht und belehrt CSU-Mann Scheuer.

„Ich habe die Wahrheit, den Frieden, die Gerechtigkeit verteidigt“, sagte der aus dem Kongo stammende katholische Priester Olivier Ndjimbi-Tshiende im Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch). Der Geistliche hatte Äußerungen der örtlichen CSU-Vorsitzenden Sylvia Boher verurteilt, Bayern werde von Flüchtlingen überrannt.

Zu Äußerungen von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, einen ministrierenden senegalesischen Flüchtling könne man kaum mehr abschieben, meinte der 67-Jährige: „Mein Gott, es gibt so viele solche Sätze an den Stammtischen. Aber gerade wer ein Amt führt, muss unbedingt vorsichtig mit dem sein, was er sagt, und sich der Folgen bewusst sein.“

Angeklagter erschien nicht zum Prozess

In dem Interview bekannte Ndjimbi-Tshiende, dass die Morddrohungen gegen ihn konkreter waren als bisher bekannt. „Wir kennen das Kennzeichen deines Autos, wir wissen, wo du wohnst, wir wissen auch, wohin du gehst, kennen deine Wege“, habe es in einem Schreiben geheißen.

Der Priester hätte eigentlich am Dienstag im Prozess gegen einen der Briefeschreiber als Zeuge aussagen sollen, doch der Angeklagte erschien nicht. Ndjimbi-Tshiende arbeitet seit kurzem an einem Forschungsprojekt der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zu Flucht, Vertreibung und Asyl.

dpa

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