Großbrand neben Tankstelle: "Da ist es zugangen wie an Silvester"

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Flammeninferno am Grünwalder Weg: Als die Feuerwehr Unterhaching am Freitagabend beim Lagerplatz einer Baufirma eintrifft, steht das Gelände bereits im Vollbrand. Gefährlich: unmittelbarer Nachbar ist eine Tankstelle.

Unterhaching - Großeinsatz im Gewerbegebiet Unterhaching: Bei einem Großfeuer am Freitagabend ist die Lagerhalle einer örtlichen Baufirma komplett abgebrannt. Die unmittelbar benachbarte Tankstelle wurde von der Polizei vorsorglich evakuiert.

Unterhaching - Es war kurz nach 20.30 Uhr, als Unterhachings Feuerwehrkommandant Josef Gmeinwieser an der Unglücksstelle eintraf: Die etwa 200 Quadratmeter große Lagerhalle aus Holz am Grünwalder Weg stand zu diesem Zeitpunkt schon „im Vollbrand“. Explodierende Sprühdosen heizten das Feuer an. Dazu kam das Knallen der geplatzten Reifen eines Radladers, der in der Halle parkte. „Da ist es zugangen wie an Silvester“, sagt Gmeinwieser. Mit insgesamt 50 Einsatzkräften, sieben C-Rohren und dem „massiven Einsatz von Schaum“ gelang es der Feuerwehr das Großfeuer dann binnen weniger Minuten „niederzudrücken“. Auch die fünf Gasflaschen, die sich laut Gmeinwieser in der Halle befanden, konnten unbeschadet aus der Gefahrenzone beseitigt werden.

Sorgen bereitete dem Kommandanten allerdings die unmittelbar benachbarte Tankstelle: „Die Kunden haben sich das Feuer angesehen und dabei den Zapfhahn in der Hand gehalten. Die spinnen doch!“, empört er sich. „Denen hab’ ich dann g’sagt, sie sollten vielleicht mal mit dem Tanken aufhören.“

Bilder: Baulager neben Tankstelle brennt aus

Kurz darauf wurde die Tankstelle von der Polizei geräumt und die Zapfsäulen bis circa 21.30 Uhr gesperrt. Die Feuerwehr beendete ihre Löscharbeiten um 0.30 Uhr.

Tags darauf begutachteten Brandfahnder das Gelände, um Informationen zur Brandursache zu sammeln. „Aber weitergekommen sind die wohl noch nicht“, sagt Tankstellen-Stationsleiter Christian Ruhland, der der Polizei Aufzeichnungen seiner Videoüberwachung zur Verfügung stellt. Kameras hat auch eine weitere Baufirma installiert, deren Lagerhallen etwas weiter hinten auf dem Gelände liegen. Möglicherweise können deren Aufnahmen nachträglich Hinweise zur Brandursache liefern.

Darauf hoffen die Polizei - und die Geschäftsführer eines örtlichen Fliesenbetriebs, deren Lagerhalle aus Blech durch die starke Hitzeentwicklung schwer beschädigt wurde. Am Freitagabend kamen die Inhaber gerade aus dem Urlaub zurück: „Soweit wir das bisher sehen, ist alles futsch“, sagen sie. In der Halle befanden sich Werkzeuge, Materialien und ein VW-Transporter.

Ob der Inhaber der völlig zerstörten vorderen Lagerhalle schon etwas von dem Großbrand mitgekommen hat, ist unklar. Nach Aussagen von Tankstellenbetreiber Ruhland soll er in Italien im Urlaub weilen. Kommandant Gmeinwieser berichtet von Mitarbeitern der Firma, die am Freitagabend von der Polizei verständigt und zum Großbrand hinzu gerufen wurden: „Aber da war schon alles zu spät.“ Den Gesamtschaden für die Baufirma schätzt der Kommandant „vorsichtig auf 50 000 bis 60 000 Euro.“ Die Polizei spricht von von über 100 000 Euro. Verletzt wurde bei dem Großfeuer niemand. Bei Ausbruch des Brandes befand sich kein Mitarbeiter auf dem Gelände.

(soh)

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