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Nach Zugunglück: Garmischer Strecke „frühestens am 16. August“ wieder befahrbar

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Von: Christian Fellner, Theresa Kuchler

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Nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen rücken die Gleisarbeiten beim alten Bahnhof in Polling (von 2019) wieder ins Blickfeld.
Bahnschwellen im gesamten Bundesgebiet müssen überprüft werden. (Symbolbild) © Ralf Ruder

Nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen müssen bundesweit tausende Schwellen untersucht werden. Das führt zu zahlreichen Sperrungen.

Weilheim/Burgrain – Offenbar aufgrund einer bundesweit angeordneten Überprüfung von Bahnschwellen sind auch in Oberbayern kurzfristig mehrere Strecken gesperrt worden. Und die Bahnstrecke bei Burgrain bleibt noch bis Mitte August gesperrt – dann ist das Zugunglück mit fünf Toten schon zweieinhalb Monate her.

Nach Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Betonschwellen werden überprüft

Die Bahnstrecken Murnau-Oberammergau und Peißenberg-Schongau werden derzeit nicht angefahren, die Strecke Tutzing-Kochel wurde offenbar abschnittsweise gesperrt, am Donnerstagabend etwa im Abschnitt Bichl-Kochel. Auch von Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald fährt schon länger kein Zug. Hinzu kommen etliche Langsamfahrstellen, die zum Teil schon kurz nach dem Unglück angeordnet worden waren.

Abmontiertes Gleis: An der Unfallstelle ermittelt nach wie vor die Staatsanwaltschaft.
Abmontiertes Gleis: An der Unfallstelle ermittelt nach wie vor die Staatsanwaltschaft. © Bartl

Hintergrund ist das Bahnunglück bei Burgrain (Kreis Garmisch-Partenkirchen) am 3. Juni. Fünf Menschen starben. Weil möglicherweise poröse Betonschwellen eine Ursache sind, sollen bundesweit 200.000 Schwellen dieses Bautyps überprüft und eventuell ausgetauscht werden. Die Sperrungen erfolgten kurzfristig, daher kam es zu chaotischen Szenen.

Die Strecke nach Schongau etwa wurde – auch zum Entsetzen der BRB – am Mittwochabend von der DB Netz gesperrt. Auf der Strecke nach Penzberg gab es am Donnerstag widersprüchliche Informationen. Teilweise fuhr wohl gar kein Zug. Am Mittwoch mussten Fahrgäste in Tutzing aussteigen, ohne dass Schienenersatzverkehr bereitstand, berichtete ein Pendler unserer Zeitung.

Unglücksstrecke bei Burgrain: Inbetriebnahme dauert noch

Eine „Wiederinbetriebnahme“ der Garmischer Unglücksstrecke ist indes laut Bahn „frühestens am Dienstag, 16. August, möglich“. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das die DB an Behörden und Rathäusern verschickte und das unserer Zeitung vorliegt. Fahrgäste oder Medien wurden bisher nicht informiert. Die Instandsetzung ziehe sich hin, weil die Staatsanwaltschaft „große Stücke des Oberbaus sichergestellt und abtransportiert“ hat, wie es in dem Brief heißt. Die Staatsanwaltschaft werde die Strecke erst Ende Juli freigeben, erst dann könne die Reparatur beginnen.

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