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Monate nach Zugunglück: Bahnverkehr südlich von Garmisch-Partenkirchen läuft wieder

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Von: Katharina Brumbauer

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Schüler steigen am Bahnhof Partenkirchen in den Zug nach Mittenwald
Entspannt steigen die Schüler am Mittag in Garmisch-Partenkirchen wieder in den Zug nach Mittenwald. © FOTOPRESS THOMAS SEHR

Aufatmen bei Pendlern und Schülern: in Richtung Pfronten-Steinach und Mittenwald fahren von Garmisch aus wieder Züge. Es sind die ersten Streckenabschnitte, die nach dem Unglück freigegeben wurden.

Garmisch-Partenkirchen – Bei jedem hatte sich die Nachricht offenbar noch nicht herumgesprochen. Heinrich Hornsteiner aus Mittenwald richtete sich am Dienstagmorgen darauf ein, wieder mit dem Bus, also dem Schienenersatzverkehr, in die Arbeit nach Garmisch-Partenkirchen zu fahren. Erst am Bahnhof erfuhr der Pendler dann: Der Zug fährt wieder. „Das hab ich überhaupt nicht gewusst.“

Monatelang waren die Bahnstrecken nach dem Zugunglück vom 3. Juni zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald sowie zwischen Garmisch-Partenkirchen und Pfronten-Steinach wegen Reparaturarbeiten gesperrt gewesen. Am Dienstag, 13. September, wurde der Bahnverkehr auf den beiden Routen südlich des Kreisortes wieder freigegeben. Zur Freude aller Schüler, die sich nun nicht mehr in den vollen und gerade morgens manchmal unpünktlichen Ersatzverkehrsbus quetschen müssen, sondern wieder entspannt in die Bahn steigen konnten.

Nach Zugunglück bei Garmisch: Bahnverkehr „planmäßig“ angelaufen

„Der Zug ist zwar langsam gefahren, aber er ist gefahren“, erklärte Pendler Hornsteiner nach seiner morgendlichen Fahrt erleichtert. Die fünf Minuten Verspätung, mit denen er in Garmisch-Partenkirchen ankam, juckten ihn dann kaum. „Das ist doch normal.“ Auch die Bahn AG versichert, der Zugverkehr südlich von Garmisch-Partenkirchen sei planmäßig angelaufen. „Bislang sind uns keine nennenswerten Auffälligkeiten bekannt“, teilte eine Sprecherin dem Tagblatt am Dienstagnachmittag mit. „Was die Fahrgastauslastung angeht, sind wir noch in der Auswertung.“

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Abseits der Stoßzeiten mit Schülern und Pendlern war heute am Garmisch-Partenkirchner Bahnhof jedoch wenig los. Gegen 9 Uhr tummelten sich nur vereinzelte Berufstätige und Reisende auf den Bahnsteigen. Darunter die beiden Urlauber Paul Schürdt und Raphael Schulz. Die beiden jungen Männer waren auf dem Weg zum Wandern nach Mittenwald, waren früh am Morgen aus München mit dem Zug nach Murnau gefahren und dann weiter mit dem Ersatzverkehr bis Garmisch-Partenkirchen gekommen. Probleme bemängelten die beiden Ausflügler nicht. Das Umsteigen in den Bus haben selbst mit den großen Wanderrucksäcken in Murnau gut funktioniert. „Es waren in Murnau auch Bahnmitarbeiter da, die man fragen konnte“, betonte Schürdt. Der Bus sei auch pünktlich abgefahren.

Züge in Garmisch fahren wieder - Bahn veröffentlicht online aktuelle Fahrpläne

Nur vereinzelt habe die Bahn am Dienstag mit dem Schienenersatzverkehr Probleme gehabt. In Ohlstadt und Eschenlohe sind die Haltestellen verlegt worden, erklärte die Bahnsprecherin. „Erfahrungsgemäß müssen sich die Abläufe mit teilweise neuen Routen erst einspielen.“ Den Bahnhof in Oberau können die Busse derzeit nicht direkt anfahren. Grund dafür sind die Arbeiten am Nordportal des Tunnels. Passagiere müssen bis Farchant fahren und dort in einen extra eingerichteten Shuttle nach Oberau umsteigen.

Die Passagiere des SEV in Richtung Mittenwald
Die Busse sind noch nicht verschwunden: Sie verkehren nach Mittenwald unter anderem als Verstärker. © FOTOPRESS THOMAS SEHR

Auch nach Mittenwald läuft neben dem wieder aufgenommenen Zugverkehr weiter parallel der Schienersatzverkehr. „Um längere Umstiegszeiten zu vermeiden“ , heißt es. Ebenso für den Schülertransport setzt die Bahn mittags zusätzliche Busse ein. Online unter www.bahn.de/service/fahrplaene/aktuell sind derzeit alle Fahrpläne von Zügen und Bussen auf der Strecke München-Innsbruck veröffentlicht. Sie gelten nun vorerst bis 3. Oktober.

Pendler Hornsteiner räumt auch ein, dass er nach dem Bahnunglück nicht etwa mit einem flauen Gefühl im Magen in den Zug gestiegen ist. „Ich hab’ in diesem Moment da gar nicht dran gedacht.“

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