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„Das heißt, es muss eine Störung gegeben haben“: Ermittlungen, nachdem Zug im Oberland entgleist

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Von: Lukas Schierlinger, Barbara Schlotterer-Fuchs

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In Peiting ist am Dienstagmorgen ein Zug entgleist. 50 Schüler, die damit unterwegs waren, blieben unverletzt. Es gibt erste Ermittlungsergebnisse.

Update 11. Januar, 9.54 Uhr: Das Zugunglück im oberbayerischen Peiting geht nach einer ersten Einschätzung wahrscheinlich auf die Störung einer Weiche zurück. Das sagte eine Sprecherin der Bayerischen Regiobahn (BRB) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die BRB bedient die betroffene Strecke.

Die Klärung der Ursache laufe noch, betonte eine Sprecherin. „Nach bisherigen ersten Erkenntnissen lag eine Störung der Weiche vor, die dem Triebfahrzeugführer auch mittels Signal angezeigt wurde.“ Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse bei Schneeregen und Dämmerung habe er das aber zu spät erkannt und sei in die Weiche gefahren. Daraufhin sei der Zug an der Weiche aus dem Gleis gesprungen.

Die Inspektion des Unfallortes habe gezeigt, dass die Weiche nicht ganz umgestellt war. „Das heißt, es muss eine Störung gegeben haben“, sagte die Sprecherin. Die genauen Schäden müssten nun mit der DB Netz untersucht werden, die für die Gleise zuständig ist. Die Strecke ist bis auf Weiteres gesperrt. „Wir gehen nach wie vor von einer Sperrung für mindestens vier Wochen aus“, sagte die Sprecherin. Der Zug sei noch am Dienstag von der Unfallstelle abtransportiert worden; er werde in den nächsten Tagen in das Bahnbetriebswerk der Bayerischen Regiobahn nach Augsburg gebracht.

Zug entgleist im Oberland: 50 Schüler haben großes Glück – Bundespolizei nennt erste Hintergründe

Update 10. Januar, 15.16 Uhr: Ein BRB-Zug steht wie falsch geparkt im Gleisbett. Die Bahnmitarbeiter haben so etwas noch nicht gesehen. Der erste Schock sitzt bei Schülern und Einsatzkräften tief. Was zum Zugunfall von Peiting bisher bekannt ist.

Update 10. Januar, 12.33 Uhr: Die Bundespolizei informiert: „Die derzeitige Streckensperrung wird noch unbestimmte Zeit andauern, da nicht nur der stehende Unfallzug geborgen, sondern Reparaturarbeiten an den Schienen und dem Gleisbett durchgeführt werden müssen.“ Nach derzeitigen Schätzungen soll sich der Sachschaden auf mehrere hunderttausend Euro belaufen. Und weiter: „Ob technisches oder menschliches Versagen den Unfall verursacht hat, werden jetzt die Bahnunfallermittler der Bundespolizeiinspektion Kempten klären.“

Der Zug habe gegen 7.30 Uhr die Einfahrweiche des Bahnhofs Peiting-Ost passiert – mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h. „Dabei entgleisten drei Drehgestelle einer Zuggarnitur“, informiert die Bundespolizei in ihrer Mitteilung.

Update 10. Januar, 11.25 Uhr: Neue Infos vom Zug-Drama: Um 7.30 Uhr heulten die Sirenen in Peiting. Kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Peiting Ost ist der Zug der Bayerischen Regionalbahn entgleist. Sofort ging ein Großalarm bei den Feuerwehren und dem Rettungsdienst ein. Das Glück für die Insassen: Der Zug hatte die Geschwindigkeit bereits für die Einfahrt in den Bahnhof gedrosselt, landete so nach der Entgleisung im Gleisbett.

Der entgleiste BRB-Zug bei Peiting kurz nach dem Unfall. Einige Schüler standen unter Schock.
Bei Peiting ist am Dienstag ein Zug mit 50 Schülern an Bord entgleist. © Barbara Schlotterer-Fuchs

Die Bundespolizei hat mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen und befragt die Fahrgäste. Im Zug befanden sich fast ausschließlich Schüler, die aus dem Raum Hohenpeißberg ins Schulzentrum Schongau fahren wollten. Die Schüler berichteten von einem Ruckeln. Vielen sei der Schrecken ins Gesicht geschrieben, berichtet unsere Reporterin von vor Ort. Zwei der Personen aus dem Zug erlitten demnach einen Schock, sie wurden von Sanitätern behandelt. Die gestrandeten Fahrgäste konnten sich im alten Zuggebäude aufwärmen.

50 Schüler an Bord: Fahrgäste bleiben unverletzt

Update 10. Januar, 10.55 Uhr: Der Großeinsatz dauert an. Die Bayerische Regionalbahn, die die Strecke bedient, meldet eine „Großstörung“ und eine „Streckensperrung“. Von der für die Gleise verantwortlichen DB-Netz gibt es noch keine Informationen zur Unfallursache.

Update 10. Januar, 10.21 Uhr: Die Zugstrecke zwischen Peißenberg und Schongau ist derzeit gesperrt, „auf unbestimmte Zeit“, wie die Bayerische Regiobahn (BRB) vermeldet. Züge enden und wenden in Peißenberg.

Busse, um einen Schienenersatzverkehr (SEV) zu gewährleisten, werden eingesetzt. Unterdessen laufen die Bergungsarbeiten auf der Strecke.

Gefährlicher Vorfall am Dienstagmorgen: Zug entgleist bei Peiting

Ursprungsmeldung:

Peiting - 50 Schüler saßen im Zug, als er entgleiste: Im Einsatz beim Bahnhof Peiting-Ost waren am Dienstagmorgen (10. Januar) mehr als hundert Rettungskräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und Polizei. Der Großeinsatz war durch Sirenenheulen um 7.30 Uhr ausgelöst worden - in der Annahme, dass der Zug auch umgekippt sein könnte.

Wie es zu dem Zugunglück kommen konnte: Das wird untersucht. Wie durch ein Wunder wurde kein Fahrgast verletzt. Einzelne Personen erlitten einen Schock.

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