Anwalt (45) tötete Ehefrau (37) im Streit

Bluttat in Schäftlarn: Hilfe für die Kinder

Traurige Erinnerung: Nie wieder werden die vier Geschwister in diesem Garten ihres ehemaligen Zuhauses spielen. foto: gefö

Schäftlarn - Als Michael N. (45) vor einem Monat im Streit seine 37-jährige Ehefrau in Ebenhausen erstochen hatte, änderte sich das Leben ihrer vier Kinder für immer auf tragische Weise.

Als Michael N. (45) vor einem Monat im Streit seine 37-jährige Ehefrau in Ebenhausen erstochen hatte, änderte sich das Leben ihrer vier Kinder für immer auf tragische Weise. Die Mutter ist tot, der Vater sitzt in Haft. Nun müssen die drei Mädchen (vier, elf und 12 Jahre alt) und der neunjährige Bub ohne ihre Eltern aufwachsen. Dieses Schicksal berührt die Gemeinde so sehr, dass Bürger jetzt verschiedene Spendenaktionen auf die Beine gestellt haben.

Hilfe kommt von einer ganz unerwarteten Seite. Die Münchner Kanzlei Freshfields, bei der Michael N. bis zu seiner Tat als Anwalt arbeitete, hat eine Spendenaktion für die Geschwister ins Leben gerufen. Die Kanzlei Noerr, wo der 45-Jährige lange Jahre zuvor beschäftigt gewesen war, ist ebenfalls mit im Boot.

Über Michael N. und das schlimme Familiendrama möchte keiner der Mitarbeiter sprechen, die N. persönlich kannten. „Das bewegt uns alle hier noch sehr“, sagte ein Sprecher der Kanzlei. Das Engagement für die Kinder soll Ausdruck genug sein für die Betroffenheit aller. „Wir möchten der Hilfsbereitschaft einen sinnvollen Weg bereiten“, heißt es in einem Schreiben der Kanzlei an alle Mitarbeiter. Deshalb wurde beim Stiftungszentrum München ein Fonds für die Geschwister eingerichtet. Damit sollen Kosten für Betreuung, Ausbildung, gesundheitliche Unterstützung oder die Finanzierung einer Wohnung für die Kinder beglichen werden. Freshfields und Noerr haben bereits selbst einen großen Grundbetrag gespendet. Auch ist die Spendenbereitschaft unter Mitarbeitern, Bekannten und Freunden ungebremst. Wieviel bisher an Geld zusammengekommen ist, wird nicht verraten.

Anteil nehmen auch die vielen Freunde, Bekannten, Mitschüler und die Bürger der Gemeinde am Schicksal der Kinder. Noch immer sind alle Ebenhauser und Schäftlarner fassungslos über die Tat des 45-Jährigen. Im Ort ist der Fall nach wie vor Gesprächsthema. Letzter Stand der Informationen ist, dass die Geschwister von Nachbarn betreut werden, weil die nächsten Verwandten weit weg wohnen. Wichtig ist es allen, dass die Kinder nicht auseinandergerissen werden und sich gegenseitig Halt geben können. Eine Entscheidung, wo die vier in Zukunft fest unterkommen, ist noch nicht getroffen.

Helfen wollen auch Uli und Karl-Otto Saur von „Kultur im Keller“ mit einem Benefizkonzert im Garten des „Mariandl“. Dafür unterbrechen sie extra ihre Sommerpause. „Wir haben uns entschlossen, am Samstag, 4. August, um 18 Uhr ein Benefizkonzert im Rahmen eines Sommerfestes zu organisieren“, sagt Saur. Saxophonist Klaus Doldinger, langjähriger Begleiter der „Kultur im Keller“-Programme hat zugesagt. Jakob Arnu spielt E-Bass und der Münchner Autor Gert Heidenreich hält eine Lesung. Der Zuspruch ist so hoch, dass die Gästeliste bereits voll ist. Alle Besucher werden gebeten, Bargeld zu spenden. Ein besonderer Gast an diesem Abend ist die Großmutter der vier Kinder, die die Spenden für ihre Enkel entgegen nimmt.

Patricia Kania

Spendenkonto

Wer den Geschwistern finanziell helfen möchte, kann seine Spende an folgendes Konto richten: Stiftungsfonds NVLT, Bank für Sozialwirtschaft, Kontonummer 50 17 02 37 00, Bankleitzahl 70 02 05 00, Verwendungszweck: Ihr Name und Adresse für die Spendenquittung.

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