Kaninchen-Nachwuchs im Wald ausgesetzt

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Kuscheln sich in der Tierauffangstation eng aneinander: Die geretteten Kaninchen.

Landsberied - Radfahrer haben zwei kleine Kaninchen im Wald gefunden. Sie waren völlig hilflos und wären ohne menschliche Hilfe qualvoll verendet.

Ein halber Laib Brot und ein Frotteehandtuch - das war alles, was herz- oder hirnlose Menschen Bernhard und Bianca mitgaben, als sie sie aussetzten und ihrem Schicksal überließen. Ihre Rettung verdanken die kuscheligen Haustiere Ursula und Dietmar Jäckel aus Landsberied. Sie haben die kleinen Nager bei einer Radtour gefunden.

Die Eheleute strampelten von Landsberied Richtung Egg, als ihnen ein kleines, grünes Auto auffiel. Eine Frau steuerte es aus einem Wäldchen. Ursula und Dietmar Jäckel kam das komisch vor. Kurzentschlossen radelten sie zum Waldrand um nachzusehen. Tatsächlich entdeckten sie Bernhard und Bianca. Vor Angst hatten sich die jungen Hauskaninchen eng aneinander gedrückt. Neben ihnen lag das Handtuch, ein paar Meter weiter das Brot.

Da sie die Tiere nicht auf den Rädern transportieren konnten, fuhren die Jäckels nach Hause und holten ihr Auto. Mit einer Weinkiste als Käfigersatz kehrten sie zurück. „Ein Kaninchen hatte sich nicht von der Stelle gerührt“, erzählt Ursula Jäckel. Die 61-Jährige konnte es leicht aufnehmen in die Kiste setzen. Das zweite Tier allerdings flüchtete in den Wald. „Wir hatten große Mühe, es einzufangen.“

Schließlich schafften es die Jäckels doch. Zu Hause kamen die Kaninchen ins Gartenhäuschen. Heißhungrig machten sie sich über Äpfel und Brot her. „Leider hatten wir keine Karotten, aber ich glaube, den beiden hat es trotzdem geschmeckt“, meint Ursula Jäckel schmunzelnd.

Am nächsten Tag brachte das Ehepaar die Nager zu den Tierfreunden Brucker Land. Vorsitzende Heidi Minderlein konnte die Geschichte kaum fassen: „Hauskaninchen sind das Leben in Freiheit nicht gewohnt. Sie hätten im Winter keine Chance gehabt und wären verhungert oder erfroren.“

Erst vor kurzem hatte ein Ehepaar aus Lochhausen vier ebenfalls ausgesetzte Meerschweinchen gerettet und in die Tierauffangstation in Überacker gebracht. Immer wieder komme es vor, so Minderlein, dass Menschen sich Haustiere zulegen, ohne recht nachzudenken, welche Mühe und Verantwortung das mit sich bringt. Spätesten wenn sie feststellten, was Ernährung und medizinische Versorgung kosten, wollten sie die Tiere dann möglichst schnell wieder los werden.

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