Zwei neue Windräder mit 200 Metern Höhe

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Nur halb so hoch wie die neu geplanten Windräder: Seit zwölf Jahren dreht sich auf dem Müllberg in Fröttmaning an der A9 das Rad

München - Für die Öko-Strom-Wende investieren die Stadtwerke in die Kraft von Sonne, Wasser und Wind. Das Unternehmen will dazu auch ein neues Windrad in München bauen. Jetzt gibt es konkrete Pläne.

Hinter der Allianz Arena, am Tor der Stadt, plant das Unternehmen gleich zwei Riesenräder – mit einer Höhe von bis zu 192,50 Metern! Über die Pläne unterrichtet das Wirtschaftsreferat bald den Stadtrat. SPD und Grüne hatten vor einem Jahr die Stadtwerke gebeten, Windkraftanlagen in Freimann zu prüfen. Dabei hatten die Stadtwerke schon längst Pläne in der Schublade, musste die CSU anschließend feststellen, und forderte alle Fakten.

„Die SWM planen derzeit den Bau und Betrieb von zwei Windkraftanlagen“, schreibt Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD) dem Stadtrat. Ein Standort befinde sich auf der ehemaligen Deponie nördlich der Allianz Arena. Der zweite ist noch weiter nördlich – pikanterweise auf dem Gemeindegebiet Garchings, das Grundstück aber gehöre der Landeshauptstadt. Die Anträge hätten die Stadtwerke bereits eingereicht.

Für den Standort auf dem neuen Müllberg liegen der Stadt sogar Pläne über die infrage kommenden Windräder vor: Die neun Varianten von fünf Herstellern erreichen eine Höhe von 145 bis 192,50 Metern! Die höchste Ausführung bedeutet Bayern-Rekord: Der bislang wuchtigste Rotor steht mit 180 Metern im mittelfränkischen Emskirchen. Das einzige Windrad in München wirkt mit seinen 99,80 Metern eher wie ein Windrädchen, auch wenn es auf dem 70 Meter hohen Müllberg östlich der Autobahn steht. Zum Vergleich: Ebenso 192 Meter hoch ragt die oberste Plattform des Olympiaturms.

Angesichts dieser Dimension drehen die Garchinger am Rad. „Abscheulich“ fände Erste Bürgermeisterin Hannelore Gabor den Bau. Sonst achte München doch auch immer auf Sichtachsen, ätzt die Bürgermeisterin – auch wenn es um Garchinger Gebäude gehe. „Und wer jetzt zu uns kommt, soll als erstes Windräder sehen?“ Tatsächlich fürchtet auch das Wirtschaftsreferat wegen der Lage direkt an der Stadteinfahrt „Konflikte im Raum“. G

archings Bürgermeisterin verweist auch auf den schwachen Wind. „Das Rad dient nicht der Energie, das kann mir keiner erzählen, das wird ein Schauobjekt.“ Die Turbine werde sicher nicht südlich von Garching ans Netz gehen – wenn, dann an einem anderen Standort. Die Stadtwerke bestätigen das. Wegen des Streits werde nur das Windrad auf dem Müllberg weiter geplant. Je größer das Windrad werde, umso mehr Strom könne es liefern – aber sicher für mehr als 1000 Haushalte.

David Costanzo

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