Solche Söhne sollte man haben

Doppelte Schutzengel: Zwillinge retten ihrer Mutter zum zweiten Mal das Leben

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Drei, die zusammenhalten: Petra Rost und ihre Zwillinge Oliver (l.) und Niclas. Zweimal haben die Söhne ihrer Mutter bei schweren Herzinfarkten das Leben gerettet.

Eine Mutter erleidet einen schweren Infarkt – und ihre Kinder retten Petra Rost bereits zum zweiten Mal das Leben. Eine unglaubliche Geschichte über eine Frau mit mindestens zwei Schutzengeln.

Poing – Wie viel kann ein Herz aushalten? Das Herz von Petra Rost aus Poing (Kreis Ebersberg) unglaublich viel. Eineinhalb Jahre nach ihrem ersten schweren Herzinfarkt hat sie nun einen weiteren erlitten, erneut in der eigenen Wohnung. Wieder waren es ihre 13-jährigen Zwillingssöhne Oliver und Niclas, die ihr das Leben gerettet haben. Wie damals haben die zwei (die beide eine Ersthelfer-Ausbildung beim THW absolviert haben) richtig gehandelt: schnell die 112 gewählt und versucht, der Mutter gut zuzureden. Dieses Mal hatte sie zudem die Unterstützung ihres ältesten Sohnes Christopher (21), der an jenem Tag vor vier Wochen zu Besuch war. Notarzt und Krankenwagen waren binnen zehn Minuten da. „Ich weiß auch nicht, warum, aber: Ich lebe immer noch“, sagt die 50-Jährige und lacht.

Richtig gelesen: Ihre Fröhlichkeit hat Petra Rost nicht verloren, auch wenn sie vor vier Wochen dem Tod einmal mehr sehr nahe war. „Bei meiner Einlieferung ins Krankenhaus wusste ich, welche Untersuchungen, welche Operationen, welche Schmerzen mich erwarten. Da gab es schon auch den Moment, in dem ich gedacht habe: Will ich das alles noch einmal? Will ich überhaupt weiterleben?“ Sie wollte – und hat das Setzen von Herzkatheter sowie weiterer Gefäßstützen (Stents) tapfer ertragen.

„Ich glaube, jemand will, dass ich am Leben bleibe“

„Ich glaube, jemand will, dass ich am Leben bleibe. Wahrscheinlich, weil ich noch eine Aufgabe habe.“ Bei diesem Satz blickt sie zu ihren Zwillingssöhnen. Nach der Trennung von ihrem Mann ist Petra Rost seit Jahren alleinerziehend, arbeitet stundenweise als Sekretärin in der Poinger Seerosenschule, außerdem als Reinigungskraft in ihrem eigenen Unternehmen. Nach dem Infarkt vor eineinhalb Jahren, bei dem die Ärzte zwei weitere, schon veraltete Herzinfarkte sowie ein Aneurysma an der Lunge festgestellt hatten, trat die dreifache Mutter kürzer. Kein Ausdauersport mehr (sie lief Halbmarathon und bestieg 4000 Meter hohe Berge), weniger arbeiten. „Ich habe die Hälfte meiner Putzstellen aufgegeben“, erzählt sie.

Zigaretten geraucht hat Petra Rost übrigens nie. Trotz alledem ereilte sie nun ein weiterer schwerer Infarkt. „Ich bekam keine Luft mehr. Es war, als würden Betonplatten auf meinen Hals drücken.“ Die 50-Jährige lag am Rücken, wie vor eineinhalb Jahren schaffte sie es gerade noch so, die Namen ihrer Kinder zu sagen, um auf sich aufmerksam zu machen. Oliver, Niclas und Christopher eilten herbei.

„Ich weiß ja, dass in mir eine Zeitbombe tickt“

„Ich bin wieder da“, sagt ihre Mutter jetzt. Aber auch: „Ich bin bereit, zu gehen.“ Seit Jahren leidet sie an Asthma und anderen Erkrankungen, bekommt immer wieder Atemnot. Bei den jetzigen Operationen entdeckten die Ärzte, dass Petra Rosts Herz ein Loch hat. Das Aneurysma in der Lunge werde wohl für immer bleiben.

„Ich weiß, dass in mir eine Zeitbombe tickt.“ Dennoch werde sie wieder arbeiten gehen. „Ich muss ja schauen, wie ich finanziell über die Runden komme.“ Wieder wandert ihr Blick zu den 13-jährigen Zwillingen. Dann sagt sie: „Vielleicht heiße ich deshalb Petra – der Name bedeutet Fels. Wie ein Fels in der Brandung.“

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