Sportwagen fuhr über 200 km/h

Porsche-Fahrer (45): Mit Vollgas in den Tod

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Ein Foto von der Unfallstelle.

Schäftlarn - Bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 95 München-Garmisch ist am Sonntagmorgen ein Autofahrer ums Leben gekommen.

Als die Helfer auf der A 95 ankommen, bietet sich ein Bild des Grauens: Am Hang ein völlig zerfetzter Porsche 911. „Der Aufprall war so heftig, dass der Motor 50 Meter weiter auf die Fahrbahn geschleudert wurde“, berichtet Daniel Buck, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hohenschäftlarn. Der 45-jährige Fahrer aus München hatte keine Chance, er ist der nächste Tote auf der Raserstrecke.

Die Fahrbahn zwischen Schäftlarn und Höhenrain ist noch leicht feucht am Sonntag gegen 6.10 Uhr. Dennoch ist der Porschefahrer viel zu schnell unterwegs. Zeugen berichten, sie seien trotz ihrer 200 km/h von diesem Sportwagen noch überholt worden. Offenbar verliert der Mann die Kontrolle über den Flitzer, touchiert die Mittelleitplanke, schleudert auf die Wiese und knallt völlig ungebremst gegen einen Baum.

Zwei Brandmeister der Münchner Berufsfeuerwehr waren zufällig auf der Fahrt in die Landeshauptstadt zum Dienstantritt in der Feuerwache 4 (Schwabing), als sie auf der Gegenfahrbahn plötzlich Trümmerteile herumfliegen sahen. Die beiden stoppten sofort und eilten dem Porschefahrer zu Hilfe. „Sie haben den Gurt durchgeschnitten und den Mann aus dem zerstörten Auto geborgen. Doch der Mann zeigte keinerlei Lebenszeichen mehr“, berichtete Feuerwehrsprecherin Manuela Wedel.

Dann der nächste Schock: Mitten in den Trümmern liegt ein Kindersitz mit einem Mickey-Maus-Motiv. Ist hier vielleicht noch ein Kind verunglückt? „Wir haben sofort die Böschung und den angrenzenden Wald abgesucht“, berichtet Buck von der Hohenschäftlarner Feuerwehr. Sie heben auch das Auto mit einem Kissen an, um unter den Wagen zu sehen. Aber Gott sei Dank: „Es war wohl keine weitere Person im Wagen.“

Insgesamt waren 52 Mann von unterschiedlichen Feuerwehrteams beschäftigt. Die Autobahn war drei Stunden lang in Richtung Süden gesperrt, eine weitere Stunde war nur eine Spur befahrbar. Die Folge: Staus mit bis zu 8 Kilometern Länge. Nach ersten Ermittlungen liegt der Sachschaden beim Porsche bei 140 000 Euro.

Tödlicher Unfall mit Porsche auf A95: Bilder

Tödlicher Unfall mit Porsche auf A95: Bilder

"Bitte: Fahren Sie vorsichtig"

Wenn Daniel Buck zu einem Einsatz auf die A95 gerufen wird, nimmt er immer den Valetsegen mit. Viel zu oft muss er dort Unfallopfer aussegnen. „Der Einsatz am Sonntag war der vierte innerhalb von 14 Tagen in diesem Bereich Richtung Garmisch.“ Oft seien teure Sportwagen beteiligt.

Ziemlich genau vor einem Jahr erschütterte bereits ein Horror-Unfall auf der Todesstrecke: Damals riss ein Porsche 911 GT3 beim Kreuz Starnberg die 67-jährige Hannelore G. in den Tod. Der Sportwagen kam erst 150 Meter nach dem Zusammenprall zum Stehen. Auch dieser Fahrer hatte über 200 Sachen drauf.

Erst am vergangenen Freitag kümmerte sich Buck wieder um einen Unfall mit einen teuren Auto. „Da war ein Jaguar beteiligt. Das heißt, innerhalb von zwei Tagen gab es hier einen Sachschaden von 270 000 Euro.“

Warum genau hier den Fahrern so viele Unfälle passieren, kann sich der Feuerwehrler auch nicht genau erklären. „Die Stelle ist nicht besonders gefährlich. Aber davor gibt es derzeit eine längere Baustelle. Vielleicht drücken die Fahrer deshalb besonders aufs Gas.“ Gerade Sportwagenfahrer überschätzten sich hier oft. „Ich kann nur alle bitten, vorsichtiger zu fahren und die Geschwindigkeit den Wetterverhältnissen anzupassen – damit wir nicht bald wieder den letzten Segen sprechen müssen.“

nba/ dop

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