Peter Schröcksnadel

Ski-Guru: So klappt das mit Olympia

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Peter Schrö cksnadel in Kitzbühel

München - Wollen wir die Olympischen Winterspiele 2022 in Bayern? Peter Schröcksnadel (72), Präsident des Österreichischen Skiverbands (ÖSV), sagt: Es ist eine Chance.

Wollen wir die Olympischen Winterspiele 2022 in Bayern? Am 10. November können die Einwohner in München, Garmisch-Partenkirchen, dem Berchtesgadener Land und dem Landkreis Traunstein per Bürgerentscheid abstimmen. Ein wichtiger Punkt wird auch das Geld sein. Olympia: Ist das eher Chance oder eher Risiko? Peter Schröcksnadel (72), Präsident des Österreichischen Skiverbands (ÖSV), sagt: Es ist eine Chance. Seine Erfahrung: „Großveranstaltungen sind ein Riesen-Geschäft. Man gibt da nicht nur viel Geld aus, sondern man nimmt auch viel ein.“ So Schröcksnadel am Dienstag auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsbeirats Bayern.

Der ÖSV-Boss kennt sich aus mit großen Sportereignissen. Sein Verband veranstaltet nicht nur die Ski-Weltcups in Österreich, sondern stemmt immer wieder auch Mega-Projekte wie heuer die Ski-WM in ­Schladming. Und, so Schröcksnadel: „Alle unsere Veranstaltungen machen Gewinn. Was keinen Gewinn bringt, machen wir nicht.“ Wir reden da von Millionen …

Der ÖSV-Boss prophezeit: Auch bei Olympia in München wäre Profit drin. Es komme dabei auf die klare Trennung zweier Finanz-Posten an. Die geschätzten 1,5 Milliarden Euro, aus denen die eigentliche Veranstaltung finanziert werden soll, kommen ohne Steuergelder zusammen (Fernsehrechte, Ticket-Einnahmen etc.). Außerdem müsste man geschätzte 1,8 Milliarden Euro ausgeben – etwa für Straßen- und Bahn-Ausbau. Da geht es sehr wohl um Steuergelder – Schröcksnadel verweist aber darauf, dass solche Ausgaben früher oder später sowieso nötig sind, unabhängig von Olympia. Und Ex-Skirennläufer Christian Neureuther (64) denkt schon über Olympia-Zuschüsse aus Berlin nach: „Ich freue mich immer, wenn Bundes-Geld nach Bayern geht …“

Der eigentliche Nutzen der Spiele, da sind sich Schröcksnadel und Neureuther einig, wäre langfristig. Da geht es um das positive Image einer Olympia-Stadt, das schwer zu beziffern ist. Schröcksnadel: „Skisport ist der einzige Sport, der wirklich Tourismus produziert. Beim Fußball oder beim Tennis kommen die Leute nur für ein Match, trinken was und fahren dann wieder heim. Aber ein Skifahrer bleibt länger …“

Uli Heichele

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