Nach dem WIR-Konzert wurde es nochmal still

Sportfreunde: Dieses Schweigen ist Gold

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Beim WIR-Konzert gab’s eine Schweigeminute mit Handy-Lichtermeer.

München - Da wurden die Sportfreunde stiller. Viel stiller! Die Münchner Kult-Band trat am Montagabend mit einer ganz besonderen Aktion in der BR-Sendung Miteinander daheim auf.

Ähnlich wie beim WIR-Konzert auf dem Königsplatz am Vortag gab’s viel Musik und auch einige nachdenkliche Beiträge – alles geprägt von der Lage der Flüchtlinge und der Dankbarkeit für die Helfer.

Die Sportis sorgten zum Schluss der Übertragung aus dem Lustspielhaus für einen Gänsehaut-Moment. Zwar mit Gitarre, Bass und Schlagzeug auf der Bühne, aber ohne jeden Ton. Das Nicht-Lied, das sie zum Besten gaben, nennt sich schlicht und einfach Schweigeminute – angelehnt an die gleichlautende Aktion des österreichischen Künstlers Raoul Haspel. Haspel selber war bereits auf dem Königsplatz dabeigewesen und hatte dort auf ein stilles Lichtermeer geblickt.

Bei der Sportis-Übertragung im Fernsehen gab’s die Erklärung für das Projekt per Einblendung (Text rechts im Kasten).

Lustspielhaus-Chef Till Hofmann, dem die Hilfe für Flüchtlinge ein Herzensanliegen ist, sagt: „Dieses Gefühl, dass Zehntausende Menschen auf dem Königsplatz sind – und man hört keinen Ton: der Hammer! Auch bei den Sportfreunden am Tag danach war das etwas ganz Besonderes. Dass im Fernsehen mal eine Minute lang nix passiert, ist viel, viel besser als Dauergelaber. Das hat eine andere Kraft.“

A propos Kraft: Die hat man im Lustspielhaus von Beginn an gespürt. Da ließen Sebastian Horn und seine Gruppe Dreiviertlblut ihr Mia san ned nur mia erklingen. Das Stück gibt’s zum Download (etwa für 99 Cent bei iTunes) – der Erlös geht zu Gunsten des Flüchtlings-Projekts Bellevue di Monaco.

Die Stillen Worte

Die Sportfreunde Stiller in der BR-Übertragung.

„Wir sehen das Schweigen in dem ganzen Durcheinander der Gefühle, Stimmungen und Meldungen als intensive Form der Auseinandersetzung. Wir wollen die Aufmerksamkeit auf den Umstand lenken, dass gerade das Schweigen zu der Not der flüchtenden Menschen über so viele Jahre zu der schwierigen Situation geführt hat, in der wir uns nun zusammen mit eben diesen Menschen befinden. Weiteres „Schweigen“ des Wortes und des Handelns, was die tieferen Ursachen und die daraus resultierenden Notwendigkeiten zur Bewältigung unserer Situation betrifft, wird alles nur noch verschlimmern. Wie fühlt sich „Schweigen“ an? Es kann weh tun, es kann aber auch die Gedanken klären.“

hei

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