Nach 100 Jahren

München erinnert an Ausbruch des 1. Weltkriegs

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Die Flaggen Deutschlands, Frankreichs und der EU wehen am 20. Februar 2014 hinter historischem Stacheldraht auf der Festung Douaumont bei Verdun im Nordosten Frankreichs. Die ab 1885 errichtete Anlage wurde wegen Größe und Lage 1914 zur strategisch wichtigen Festung der Gegend von Verdun.

München - Mit einem umfangreichen Programm wird München an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erinnern. Vorträge, Theateraufführungen und Kunstprojekte sind geplant.

Unter dem Motto „1914/2014 - Die Neuvermessung Europas“ sind bis Dezember Vorträge, Diskussionsrunden, Theateraufführungen, Kunstprojekte, Lesungen und Ausstellungen geplant. Wichtige Themen sind neben der Situation der europäischen Großmächte auch Flucht und Vertreibung, die Arbeiterbewegung, die Stellung der Frau und das Schicksal der jüdischen Bevölkerung. Mit den ungeheuren Umbrüchen zu Beginn des 20. Jahrhunderts seien gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen für die Zukunft geschaffen worden, teilte die Stadt München am Montag mit.

Erforscht werden auch die Ursprünge des Krieges, wie etwa in einer Gesprächsrunde mit dem bosnischen Schriftsteller Miljenko Jergovic, der mit seiner Kurzgeschichtensammlung „Sarajevo Marlboro“ bekannt wurde. Im Mai wird die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, erwartet zu einer Diskussion über die heutige Situation von Flüchtlingen, von denen viele unter dramatischen Umständen auf der Mittelmeerinsel stranden. Die Ausstellung „Robert Musil und der Erste Weltkrieg“ im Literaturhaus schildert die Erfahrungen des Schriftstellers mit Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und persönlichen Gegenständen.

An dem umfangreichen Programm beteiligen sich neben der Landeshauptstadt auch Kirchen, Organisationen und Verbände. So bietet etwa die Erzdiözese München und Freising eine Studienfahrt nach Verdun an, Schauplatz eines der brutalsten Schlachten des damaligen Krieges. Die Münchner Volkshochschule lädt dagegen zu einer Fahrt nach Sarajevo ein, Schauplatz des Attentats auf den Thronfolger von Österreich-Ungarn am 28. Juni 1914, das schließlich den Ersten Weltkrieg auslöste.

dpa

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