Lohn-Dumping

1000 Billigjobs bei der Stadt

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OB Ude fordert andere Gesetze aus Berlin.

München - Die Politiker sind sich einig: Die Menschen müssen von ihrem Lohn leben können. Doch was die städtischen Volksvertreter verschweigen: Auch die Stadt München kommt nicht ohne Billigjobs aus.

Zum Tag der Arbeit am Mittwoch steigen sie wieder alle auf die Bühne: OB Christian Ude (SPD) spricht bei der zentralen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds auf dem Marienplatz vor DGB-Chef Michael Sommer. OB-Kandidat Dieter Reiter wird da sein. Schon am Montag forderte Münchens SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann, „dass die Menschen von ihrem Lohn leben können“ mussten. Was nicht so laut gesagt wird: Auch die Stadt München kommt nicht ohne Billigjobs aus - und beschäftigt selbst Hunderte Leiharbeiter!

OB Ude wird es dem Stadtrat am Donnerstag erklären: Bis zu 1012 Leiharbeiter schufteten 2010 vor allem bei den städtischen Gesellschaften - der zweithöchste Stand seit Jahren! Die meisten waren es im Städtischen Klinikum, in den Münchenstift-Heimen und am Flughafen. Das Bodenpersonal sollte jedoch ab 2011 unbefristet in eine neue Gesellschaft übernommen werden. Neuere Zahlen sind nicht verzeichnet.

Opposition fordert Alternativvorschläge

Das Problem laut OB Ude: Die  Stadt könne den Zeitarbeitern nicht einfach mehr zahlen, weil die ihr Geld ja nach Tarif von der Leihfirma erhalten - teilweise drei Euro pro Stunde weniger. Er fordert, dass Berlin die Gesetze ändert. Dagegen würde die Stadt  die Beschäftigten häufig zum höheren Tarif übernehmen.

Fazit: „Nach Auswertung ist von einem angemessenen Verhalten der Unternehmen auszugehen.“ Linke-Stadtrat Orhan Akman sieht darin dennoch „kein Ruhmesblatt“ für die Stadt und fordert Vorschläge, wie die Leiharbeit reduziert werden könne.

DAC

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