München weist die Banken in die Schranken

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Demonstranten stehen am Samstag mit Plakaten am Stachus in München. Vorbild der Demonstrationen ist die amerikanische Protestbewegung "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street"), die sich gegen das Finanzsystem und große Teile der Bankenwelt wendet.

München - Rund 1000 Münchner sind am Samstag in der Landeshauptstadt für mehr Demokratie und gegen die Ungerechtigkeit des Finanzsystems auf die Straße gegangen - mit Erfolg.

"Jagt die Zocker vom Börsen-Hocker!“, „Rettet die Sparer, nicht die Banken!“ – so hallen die Rufe verärgerter Münchner Samstagmittag über den Stachus. Ihre Wut – sie richtet sich gegen die Ungerechtigkeit des Finanzsystems, gegen fehlende Mitbestimmung und die Verschwendung von Steuergeldern.

Münchner protestieren gegen "üble Banken"

Demo gegen das Finansystem

Etwa 1000 Menschen protestieren im Rahmen der Bewegung Occupy Wall Street („Besetzt die Wall Street“). Weltweit fanden am 15. Oktober Kundgebungen statt – und auch in München gingen die Bürger auf die Straße.

„Wir haben uns gefreut, dass so viele Menschen zur Kundgebung kamen und sich kreativ beteiligt haben“, sagt Organisatorin Barbara Henn von der Initiative Echte Demokratie jetzt!

Viele Protestler verkleiden sich, tragen zur Provokation etwa Frack, Brille und Zylinder – so wie die Kapitalisten in den USA während Industrialisierung. Andere dagegen schmücken ihre Plakate, Hüte oder Jacken mit selbst gebastelten Euros aus Pappe oder übergroßen Dollar-Symbolen.

„Es ist eine völlig neue Bewegung entstanden“, sagt Bernd Michel von Attac in München. Nicht nur linke Organisationen kamen zum Stachus, sondern auch viele andere. Erwünscht war ein offener Dialog unter den Teilnehmern. Mehr als 50 Protestler traten schließlich aufs Podium und diskutierten mit.

„Man hat gemerkt, wie wichtig es für einige war, ihre Meinung äußern zu können“, sagt Henn. Die tz hat sich umgehört:

A. Thieme

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