1000. Patient unter der Teilchenkanone

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V.l.n.r.: Prof. Manfred Herbst , Patient Detlef Schewe, Assistentin Olga Meltser

München - Detlef Schewe ist der tausendste Patient, der jetzt im Münchner Rinecker Protonen Therapie-Zentrum mit einer besonders schonenden Methode behandelt wurde.

Es sind 21 Bestrahlungen an 21 aufeinander folgenden Tagen. Und ein paar Minuten nach der letzten Behandlung schlendert Detlef Schewe (67) schon wieder munter im Café herum. Der an Prostatakrebs erkrankte Westfale sagt: „Ich fühle mich wirklich nicht krank.“ Er ist der tausendste Patient, der jetzt im Münchner Rinecker Protonen Therapie-Zentrum mit einer besonders schonenden Methode behandelt wurde.

Für das europaweit einzigartige Zentrum direkt an der Isar hat Klinik-Chef Hans Rinecker 150 Millionen Euro investiert. Seit 2009 schießen hier 150 Tonnen schwere, sogenannte „Gantrys“ auf Krebszellen. Diese gigantischen Teilchenkanonen arbeiten mit Protonenstrahlen – ganz gezielt und gewebeschonend. „Ein Proton verliert im Gegensatz zur Röntgenstrahlung an Energie, wenn es in die Materie eindringt“, erklärt Professor Manfred Herbst, der ärztliche Direktor. „Die Protonen lassen sich millimetergenau steuern – mit einer Geschwindigkeit von bis zu 180 000 Kilometer pro Sekunde. Bei der gewöhnlichen Bestrahlung gelangen noch etwa 80 Prozent der Strahlen ins gesunde Gewebe im Umfeld, zum Beispiel ins Gehirn bei einem Tumor. Bei uns sind es nicht einmal 20 Prozent.“ So seien Krebsarten wie etwa Leber- oder Pankreas-Krebs besser heilbar.

Dass die Therapie tatsächlich schonend ist, spürte Patient Schewe am eigenen Leib: „Die Bestrahlung dauert nur eine Minute. Danach hatte ich nur ein paar harmlose Probleme im Darmbereich – ansonsten habe ich mich fast gefühlt wie im Urlaub, weil ich die freie Zeit super nutzen konnte.“ Allianz Arena, Schloss Nymphenburg, Englischer Garten, Tegernsee – er und seine Frau haben nichts ausgelassen. Übrigens: Schewe ist Kassenpatient. „Mit Diagnostik und Vorbereitung kostet die Therapie rund 19 000 Euro“, sagt Professor Herbst. „Die AOK übernimmt mittlerweile die vollen Kosten, wir haben aber auch Verträge mit anderen Kassen.“ Infos unter 089/66 06 80 oder www.rptc.de.

nba

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