Ehrenamtliche unterstützen Eltern

13.200 Hausbesuche: So hilft die Stadt Babys daheim

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Agnes Meharie ist eine von 30 Stadt-Schwestern.

München - Schreien, Stillen, Schlafen: Wenn ein Kind geboren wird, ändert sich alles. Das stellt vor allem sozial schwache Familien vor riesige Probleme. Seit 40 Jahren besuchen ehrenamtliche Helferinnen Familien.

„Wenn eine Familie zu fünft in einem Zimmer lebt, Schulden und Arbeitslosigkeit dazukommen, haben viele keinen Kopf für das Kind“, sagt die Münchner Kinderkrankenschwester Agnes Meharie. Sie ist eine von 30 Helferinnen, die im Auftrag der Stadt kostenlos Hausbesuche machen und nach dem Rechten sehen – und das nun schon seit 40 Jahren.

Zum Jubiläum sagt Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne): „Ich bin mir sicher, dass wir so schon viele Missbrauchsfälle verhindern konnten.“ Im reichen München seien allerdings immer mehr arme Familien mit dem Nachwuchs überlastet.

Jedes dritte Münchner Kindl haben die Krankenschwestern im vergangenen Jahr daheim besucht, manche mehrfach – 6400 Kinder und 13.200 Hausbesuche lautet die Bilanz. Lorenz betont, dass das Programm für die Eltern freiwillig ist, und die Beratung sich rund um Ernährung, Pflege, Impfungen und Untersuchungen dreht. Rund 700 Kinder seien an das Sozialamt für weitere Hilfen vermittelt worden. Manchmal reicht das aber nicht: „Wir können nicht wegschauen“, sagt Lorenz.

Wenn den Schwestern Vernachlässigung oder Schlimmeres auffällt, müssen sie das Jugendamt einschalten. Das war im vergangenen Jahr 25 Mal der Fall. Agnes Meharie hat schon einen Fall erlebt, in dem die Behörde ein Kind aus der Familie nehmen musste – ihr Tiefpunkt. Aber sie hat auch schöne Erlebnisse: Eine Familie hat sie noch zur Einschulung ihres Schützlings eingeladen.

DAC

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