136.000 Euro! Pfleger klaut bei Senioren

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Pfleger Michael H. gestand seine Schandtaten

München - Die betagten Menschen, die Michael H. betreute, hatten ihm vertraut. Doch der Krankenpflegehelfer, der für einen ambulanten Pflegedienst im Kreis Garmisch-Partenkirchen arbeitete, nutzte das schamlos aus.

Die betagten Menschen, die Michael H. betreute, hatten ihm vertraut. Doch der Krankenpflegehelfer, der für einen ambulanten Pflegedienst im Kreis Garmisch-Partenkirchen arbeitete, nutzte das schamlos aus. Er beklaute die zumeist behinderten Opfer! Der Schaden beträgt laut Anklage mindestens 136 000 Euro. Der Täter, der am Dienatag seinen 30. Geburtstag hatte, gab vor dem Landgericht München II alles zu.

Michael H. strahlt ein nettes Wesen aus. Er war einmal Sanitäter bei der Bundeswehr gewesen, als solcher für einige Zeit im Einsatz in Afghanistan. „Das war zu viel, was ich dort gesehen habe“, sagt er. 2008 kam er nach Garmisch, wo er zunächst in einer Senioren-Residenz arbeitete. Auch dort machte er lange Finger, wie Ermittlungen ergaben.

Im Juni 2010 wechselte er zu einem ambulanten Pflegedienst. So kam er in das Haus einer reichen Witwe, die damals 87 Jahre alt war. „Ich habe ihr den Morgenmantel geholt, da habe ich ihr Portemonnaie gesehen“, erzählt er. Erst stahl er nur ein paar Hunderter, es wurde aber immer mehr. Vor Gericht gab er am Dienstag zu, dass er ihr rund 10 000 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von mindestens 100 000 Euro klaute.

Wie bei allen elf Opfern brachte er den gestohlenen Schmuck zu Juwelieren nach München, die ihm nur einen Bruchteil des wahren Wertes bezahlten. Angehörigen eines Opfers waren die Diebstähle schließlich aufgefallen und hatten die Polizei alarmiert.

Sein Motiv? Er habe seiner Freundin ein schönes Leben machen wollen, sagt er vor Gericht. Als die Frau von den Diebstählen erfuhr, gab sie ihm sofort den Laufpass. Der Prozess gegen den vorbestraften Dieb geht weiter.

E. Unfried

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