Bundespolizei fahndet

Dreiste S-Bahn-Diebin klaut 15.600 Euro

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Diese Frau wurde dabei gefilmt, als sie zwei fremde Gepäckstücke durchsuchte und dann mit dem Koffer und dem Rucksack ausstieg.

München - Eine Frau soll in einer S-Bahn Richtung Flughafen unbeaufsichtigtes Gepäck durchwühlt und über 15.000 Euro Bargeld gestohlen haben. Das Geld war für die Behandlung zweier kranker Kinder bestimmt.

Auf den ersten Blick eine völlig unauffällige Frau in schlichter Bluse, Hose und rosa Socken in Sandalen. Doch wenn es stimmt, was die Bundespolizei vermutet – dann ist diese Frau eine wirklich dreiste Diebin, die den Irrtum eines gestressten Pizzabäckers ausnutzte und ihm sein ganzes Gepäck samt 15.600 Euro Bargeld und zwei neuen Handys stahl. Schlimm: Das Geld war für die Behandlung zweier kranker Kinder in Kabul (Afghanistan) bestimmt gewesen. Der ganze Freundeskreis hatte dafür zusammengelegt.

Am S-Bahnhof Fasanerie wollte Naseri S. kurz aussteigen. Doch der Zug fuhr ohne in weiter.

Der frisch verlobte Deutsch-Afghane Naseri S. (34) betreibt in Augsburg-Haunstetten einen Pizzaservice. Am 26. Juni wollte er in seine Heimat nach Kabul fliegen. Auf der Fahrt zum Flughafen in der S1 stieg er um 20.15 Uhr am Bahnhof Fasanerie kurz aus, um seiner am Bahnsteig wartenden Schwester eine Tüte zu übergeben. Und dann geschah es: Nach wenigen Sekunden gingen die Türen zu – und Naseri stand draußen!

Möglicherweise hat die Frau das alles beobachtet. Vor laufender Kamera soll sie jedenfalls unmittelbar nach der Abfahrt des Zuges begonnen haben, im herrenlosen Gepäck des 34-Jährigen herumzuwühlen. Mit beiden Gepäckstücken – einem großen, schwarzen Koffer voller Kleidung und der blauen Rucksacktasche mit dem Geld und den Handys – hat sie nach Bundespolizei-Angaben drei Haltestellen später den Zug in Unterschleißheim verlassen.

In heller Panik sprang Naseri S. in ein Taxi und raste dem Zug hinterher, Als er ihn ein paar Haltestellen später eingeholt hatte, war sein Gepäck verschwunden. Nichts davon tauchte je wieder auf. „Eine fürchterliche Situation. Herr S. musste seinen Freunden erklären, dass ihm das ganze Geld für die Kinder gestohlen worden war“, sagte sein Anwalt gestern voller Mitgefühl.

Nachdem es der Bundespolizei nicht gelang, die verdächtige Frau auf anderen Wegen zu identifizieren, wurden gestern die Fotos der Überwachungskamera zur Öffentlichkeitsfahndung freigegeben. Die Bundespolizei (Telefon 089/ 5155500) fragt: Wer kennt diese Frau oder weiß, wo sie sich aufhält? Das Telefon ist rund um die Uhr besetzt.

Dorita Plange

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