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1650 Wohnungen nahe Fasaneriesee in München: Mobilitätskonzept umstritten - „Sorgen werden Realität“

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Von: Sascha Karowski

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Nordöstlich des Fasaneriesees sollen 1650 neue Wohnungen entstehen. Das Verkehrskonzept ist umstritten.
Nordöstlich des Fasaneriesees sollen 1650 neue Wohnungen entstehen. Das Verkehrskonzept ist umstritten. © Klaus Haag

Nordöstlich des Fasaneriesees sollen 1650 neue Wohnungen entstehen. Mit einem speziellen Mobilitätskonzept soll der Verkehr auf ein Minimum reduziert werden. Genau daran stört sich die Opposition.

München - Für das neue Wohngebiet an der Lerchenauer Straße in Feldmoching hat der Stadtrat nun den Vorentwurfes des Bauleitplanes gebilligt. Das freut die Grünen, die FDP kritisiert den Beschluss.

Wohngebiet Lerchenauer Straße: 1650 neue Wohnungen und sechs Kindertagesstätten geplant

Auf den jetzt noch landwirtschaftlich genutzten Flächen nordöstlich des Fasaneriesees – zwischen Lerchenauer und Lerchenstraße – sollen rund 1650 Wohnungen, ein Schulcampus, sechs Kindertagesstätten, Geschäfte sowie mehrere soziale Einrichtungen Platz finden. Durch das neue Quartier verläuft ein Grünzug in Nord-Süd-Richtung. Die Häuser sind um grüne Innenhöfe herum angeordnet. Ein Marktplatz mit Geschäften soll dem neuen Wohngebiet als lebendiger Mittelpunkt dienen.

Erstmals soll durch ein spezielles Mobilitätskonzept der Autoverkehr möglichst auf einen Anteil von nur noch 20 Prozent in diesem Gebiet verringert werden. Dies soll durch eine fußgänger- und radlerfreundliche Gestaltung, Carsharing- und Lastenrad-Angebote, einen guten MVV-Anschluss sowie eine verringerte Zahl an Stellplätzen erreicht werden. „Die Wohnungsnot macht die Erschließung dieser Fläche unumgänglich“, sagt Grünen-Stadtrat Florian Schönemann. „Es ist mit dieser Planung gelungen, den Flächenbedarf durch eine moderate Höhenentwicklung zu begrenzen und mit einem ambitionierten Mobilitätskonzept Maßstäbe für die die Mobilität der Zukunft zu setzen.“

Wohngebiet Lerchenauer Straße: FDP und Bayernpartei kritisieren Verkehrskonzept: „Sorge wird Realität“

Das Konzept wiederum stößt insbesondere bei FDP und Bayernpartei auf wenig Gegenliebe. „Künftige Verkehrsbedarfe und Mobilitätsarten wie autonomes Fahren werden überhaupt nicht berücksichtigt“, sagt Fraktionschef Jörg Hoffmann. „Diese Fehlplanung wird den künftigen Bewohnern schmerzhaft auf die Füße fallen.“ Bayernpartei-Stadtrat Richard Progl sagte, die größte Sorge der jetzigen Anwohner und künftigen Nachbarn der Neubausiedlung war das drohende Verkehrschaos. „Genau diese Sorge wird mit dem Stadtratsbeschluss Realität. Weil im neuen Gebiet viel zu wenige Parkplätze entstehen, werden die neuen Bewohner zwangsweise in die bestehenden Siedlungen mit Einfamilienhäusern ausweichen.“

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