Münchner (17) bei Autokauf erschossen

München - Er wollte einen VW-Bus kaufen - und geriet in einen tödlichen Hinterhalt. Ein 17-Jähriger aus Neuaubing ist in Fulda erschossen worden - mit sechs Kugeln aus nächster Nähe.

Bilder aus Fulda

Münchner (17) bei Autokauf in Fulda erschossen

Er wird bald volljährig und wollte ein Auto kaufen. Doch der Verkäufer zog nicht den Schlüssel aus der Tasche, sondern eine Pistole und richtete den jungen Mann regelrecht hin.

Ein 17-jähriger Münchner wurde in Fulda beim Autokauf erschossen!

Sein Mörder konnte fliehen – ohne einen einzigen Cent zu erbeuten. Bislang konnte die Polizei den Fall so rekonstruieren: Lorenzo M. aus Neuaubing hat den Wagen im Internet auf einem der vielen Verkaufsportale entdeckt – ein VW Bus vom neuesten Typ T5, Baujahr 2005. Mit dem Anbieter mailt er hin und her, sie verabreden sich für Freitagabend in Fulda. Zur Sicherheit nimmt Lorenzo einen 20-jährigen Kumpel mit, beide haben rumänische Wurzeln.

Die Familie betreibt einen kleinen Gebrauchtwagenhandel in München, der VW Bus soll weiterverkauft werden, erzählen Angehörige. Den Kaufpreis von 14 800 Euro steckt Lorenzo bar ein und gibt das Geld später seinem Freund – man weiß ja nie. Mit der Bahn geht es am Nachmittag nach Hessen, der ICE braucht keine drei Stunden. Als Treffpunkt ist das McDonald’s am Hauptbahnhof in Fulda abgemacht. Dort treffen die beiden den Mann, den sie für einen Autoverkäufer halten. Der erscheint zwar nicht mit dem Bus, sondern in einem schwarzen 5er-BMW-Kombi.

Aber er wiegelt ab: Sein Schwager bringe den Bus ganz in der Nähe auf den Parkplatz eines Kinderhauses. Alle drei fahren gegen 19.45 Uhr die wenigen hundert Meter zur Kinder-Akademie in der Mehlerstraße am Rand der Innenstadt. Der VW Bus soll hinter dem Haus parken. Der Mörder zieht eine Waffe und feuert zunächst aus 15 Metern Entfernung auf den 17-Jährigen, trifft ihn mit sechs Schüssen am ganzen Körper – auch als Lorenzo schon auf dem Boden liegt.

Wild ballert der Killer umher, die Polizei findet etliche Projektile. Eine Kugel durchschlägt den Kastenwagen des Kinderhauses. Sein Kumpel kann fliehen, er rennt zur nahen Tankstelle, alarmiert die Polizei, die zum Großeinsatz mit Ringfahndung ausrückt. Spuren und Zeugen bestätigen später alle Angaben.

Der Notarzt ist sofort vor Ort: Der 17-Jährige schwebt in Lebensgefahr – und stirbt zwei Stunden später in der Klinik. Der Freund bleibt unverletzt, er hatte das Geld noch in der Tasche. Den Täter beschreibt er als Mann um die 40, schlank und 1,90 Meter groß. Sein schwarzer BMW hat entweder ein Kennzeichen KO für Koblenz oder KN für Konstanz. Die Polizei hat noch keine heiße Spur.

Am Tatort trauert die Familie um Lorenzo. Der Ful­daer Zeitung berichtet sie, dass 2.000 Angehörige aus ganz Europa unterwegs nach Fulda seien. 300 waren gestern Abend bereits eingetroffen. Sie wollen den Verstorbenen auf seinem letzten Weg begleiten und die Leiche vorraussichtlich heute nach Abschluss der Ermittlungen nach Bayern bringen. Lorenzo M. soll in München beerdigt werden.

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