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19-Jähriger schickt Schulmädchen (13) harte Pornos

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Unterschleißheim - Einer 13-Jährigen hat ein arbeitsloser Lagerarbeiter (19) aus Unterschleißheim in einem Internet-Chatroom pornographische Fotos überaus anstößiger Art zugeschickt.

Ihm sei langweilig gewesen, bietet der wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Amtsgericht Freising angeklagte Heranwachsende als Erklärung an.

Ursprünglich sei er davon ausgegangen, dass seine Chat-Partnerin bereits volljährig sei, erläuterte der damals noch in Eching lebende Angeklagte: „Ich habe ihr geglaubt, dass sie 18 ist – und einen entscheidenden Fehler begangen“, gibt er reuig zu.

Als die Polizei ein Jahr nach der Tat an seiner Wohnungstür klingelte, hatte er sich noch ganz anders geäußert. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe, was umfangreiche Ermittlungen zur Folge hatte. „Ich hatte die Sache wohl verdrängt“, mutmaßt er heute. Auf Frage seiner Anwältin räumt er ein, dass ihm wohl auch ein wenig peinlich war, was ihm da von den Beamten vorgehalten wurde.

Der Vorfall war aufgeflogen, nachdem der Angeklagte die Fotos versandt hatte. Aus den umfangreichen Ermittlungen geht hervor, dass die 13-Jährige äußert irritiert auf ihre elektronische Post reagiert hatte. Die Mutter stand in der Nähe und stürzte zum Computer.

Dass der Angeklagte gleich nach dem ersten Kontakt derart derbe Fotos versandte, vermochte Jugendrichter Christian Baier kaum zu glauben. Nach kurzem Zögern, während dessen man ihm die Anstrengungen anmerkte, die es ihn kostete, die passenden Worten zu finden, fragte Jugendrichter Christian Baier drauflos. „Auf gut bayerisch also: Warum hast du Deinen Penis ausgepackt? Warst Du so stolz darauf?“

Der Angeklagte senkt den Kopf, verneint verschämt. Es sei eine schwierige Zeit gewesen. Daheim nicht gerade freiwillig ausgezogen, habe er sich allein gefühlt. „Ich suchte Kontakt.“

An einem Samstagnachmittag war es dann so weit. Wieder einmal wusste er nichts mit sich anzufangen, schaltete den Computer an. Auf die Frage, ob die 13-Jährige derart detaillierte Fotos von ihm verlangte, antwortet der 19-Jährige, sich nicht erinnern zu können.

Die Jugendgerichtshilfe bestätigt ihm Kontaktschwierigkeiten mit Gleichaltrigen und geht von einer „Verzweiflungstat“ aus. Der Angeklagte habe sehr zurückgezogen gelebt und mehrere Förderschulen besucht. Als ihn die Polizei vor etwa einem Vierteljahr als Schuldigen ermittelte, luden ihn Vater und Mutter ein, zurückzukehren ins elterliche Heim nach Unterschleißheim. Aus eigenem Antrieb nimmt er seit kurzem psychologische Hilfe in Anspruch.

Der Angeklagte ist nicht vorbestraft, verdient kein eigenes Geld. Baier stellte das Verfahren gegen Auflagen ein, verdonnerte den 19-Jährigen zu 40 Sozialstunden.

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