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1.Mai-Kundgebung: Was soll an Ihrem Job besser werden?

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Oberbürgermeister Dieter Reiter prangerte den zu geringen Mindestlohn an.
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„Die Arbeit müsste besser aufgeteilt werden. Es gibt zwar immer mehr Arbeit, aber dafür weniger Beschäftigte. Das erhöht den Druck enorm. Ich persönlich merke das auch. Es gibt doch immer noch zu viele Arbeitslose in Deutschland, dabei wird immer von der Vollbeschäftigung gesprochen. Auch der Mindestlohn ist viel zu gering. Das reicht nicht zum Leben!“ Robert Neumayer (43), Beamter aus München
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„Ich sehe derzeit das große Problem, dass es zu viele Leihverträge in den Unternehmen gibt. Das erhöht den Druck für die Arbeitnehmer und macht es gerade für Jugendliche schwer, einen unbefristeten Vertrag zu bekommen. Da überlegen sich viele, ob sie eine Familie gründen können. Ich fordere eine 30-Stunden-Woche – unbefristet und mit vollem Lohn. Das würde Arbeitsplätze und Sicherheit schaffen!“ Gabi Heisel (56), tech. Angestellte aus München
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„Ich kann mich bei meinem Job nicht beschweren. Ich kann mir zum Beispiel meine Zeit frei einteilen. Dafür habe ich sehr wenig Kontakt zu Kollegen, weil ich von daheim aus als Übersetzerin arbeite. Das liegt halt am Internet. Dafür kann ich viel schneller arbeiten als die Übersetzer früher. Mein Beruf schaut also so aus: Wenig Geld, dafür viel Zeit! Da geht es anderen schlechter.“ Elisabeth Winkelmann (37), Übersetzerin aus München.
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„Die Mitbestimmung der Mitarbeiter muss gestärkt werden! Leider ist es gerade bei global agierenden Unternehmen der Trend, neue Strukturen einzuführen. Dadurch wird es immer schwieriger, als Betriebsrat einen Ansprechpartner zu finden. Insgesamt geht es uns in der Chemie-Branche recht gut. Trotzdem ist der 1. Mai aus Solidaritätsgründen sehr wichtig.“ Michael Sevcik (42), Chemie-Arbeiter aus München.

München - Trillerpfeifen, Plakate und Warnwesten – es ist wieder 1. Mai! Knapp 3000 Arbeitnehmer kamen trotz strömenden Regens auf dem Marienplatz zusammen, um für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Wir wollen unseren Job verbessern!

Hat der 1. Mai zu Zeiten von Mindestlohn und geringer Arbeitslosenquote überhaupt noch einen Sinn? Für Oberbürgermeister Dieter Reiter ist die Antwort klar: Ja! „Es gibt viel zu erkämpfen!“, ruft er bei seiner Rede von der Bühne. Vor allem beim Thema Mindestlohn. Er nennt diesen zwar einen „Meilenstein“, fügt aber an: „Der Mindestlohn ist kein Garant für Wohlstand! Mit 8,50 Euro kann man in München kein Leben in Saus und Braus führen!“

Der Tag der Arbeit (siehe unten) ist auch ein Tag für die Solidarität – auch mit Flüchtlingen. „Ich bin stolz, mit welcher Hilfe sich die Münchner eingebracht haben. Wir sind eine weltoffene Stadt!“, ruft er – und erntet zur Verwunderung aller ein paar Buh-Rufe! „Warum?“, fragt Reiter verständnislos in die Menge. Es bleibt bei diesem Zwischenfall.

Die Solidarität mit den Mitmenschen war auch beim ersten IG Metall-Vorsitzenden Detlef Wetzel das große Thema: „Bei der Bankenrettung mit dem Geld um uns schmeißen und bei der Menschenrettung den Taschenrechner zücken – das können wir nicht machen!“ Solidarität und bessere Arbeitsbedingungen – die tz hat sich unter den Demonstranten umgehört, was sie an ihrem Arbeitsplatz verbessern wollen - klicken Sie sich oben durch die Fotostrecke!

tz-Stichwort 1. Mai

Der 1. Mai wird in vielen Ländern als Tag der Arbeit gefeiert. Dieses Jahr hat er in Deutschland seinen 125. Geburtstag. Seinen Ursprung hat dieser Tag jedoch in den USA. Am 1. Mai 1886 traten rund 400 000 Beschäftigte aus 11 000 Betrieben der USA in den Streik für einen Acht-Stundentag. In Deutschland wurde der Arbeitertag jedoch erst 1890 erstmals begangen. Etwa 100 000 Arbeiterinnen und Arbeiter beteiligten sich an Streiks und Demonstrationen.

Florian Fussek

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