2. Stammstrecke

Bürgerversammlung mit Joachim Herrmann abgebrochen 

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Eine Teilnehmerin fotografierte den völlig überfüllten Veranstaltungsort.

Am Mittwoch musste die außerordentliche Bürgerversammlung mit Joachim Herrmann zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke vorzeitig abgebrochen werden. Zuvor versammelten sich rund 100 Gegner zu einer Kundgebung.

Wie berichtet hat sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) als Verfechter des Projekts höchstpersönlich zu dem Termin im Hofbräukeller, Innere Wiener Straße 19, angekündigt. Beginn war um 19 Uhr. 

Zuvor, ab 18 Uhr, rief die Bürgerinitiative Haidhausen zu einer Kundgebung am Wiener Platz auf, um gegen das Projekt zu wettern. Rund 150 Leute folgten dem Ruf, berichtete unser Reporter vor Ort. 

Nun musste der Termin mit Joachim Herrmann abgesagt werden. Wie der Grünen-Politiker Ludwig Hartmann via Twitter verlautbarte, war der Andrang schlicht zu groß. 

So sah es zwischenzeitlich im Hofbräukeller aus: Menschen drängen sich dicht an dicht in den Räumen. Ein Leser berichtet, dass die Veranstaltung vollkommen überfüllt war und sehr viele Leute an den Eingängen standen. Als die Polizei die Türen schließen wollte, berichtet der Augenzeuge weiter, taten die Draußenwartenden ihren Unmut laut kund. Im Saal wurde daraufhin über eine Vertagung der Veranstaltung abgestimmt. Die Mehrheit der Anwesenden stimmte dafür.

Rund 150 Gegner der 2. Stammstrecke versammelten sich vor der außerordentlichen Bürgerversammlung am Wiener Platz.

Nirgendwo sonst gibt es entlang der geplanten zweiten Stammstrecke so heftige Gegenwehr wie in Haidhausen. Über mehrere Jahre soll am Orleans- und am Haidenauplatz, an der Ecke Pütrichplatz/ Milchstraße und in den Maximiliansanlagen gebaut werden. 

Einen kleinen Vorgeschmack auf womöglich noch bevorstehende hitzige Debatten gab es bei der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Au-Haidhausen. „Haidhausen wird für zehn Jahre kaputtgemacht“, meldete sich eine Bürgerin zu Wort, die sich vom BA mehr Informationen wünschte. 

Einige Stadtteilpolitiker reagierten verschnupft und erklärten noch einmal, was sie fraktionsübergreifend seit vielen Jahren und bis heute fordern: Dass die Folgen für die Bewohner im Viertel seitens der Bahn so gering wie möglich gehalten werden müssen. Dem BA hier Untätigkeit vorzuwerfen, sei „eine Frechheit“, sagte CSU-Politiker Andreas Micksch. 

Die Hauptbaumaßnahmen am Ostbahnhof sollen laut Bahn im Frühjahr 2019 beginnen. Bis Mitte 2026 soll alles fertig sein. Die „Vorwegmaßnahmen“ am Ostbahnhof sollen zwischen Juli 2018 und Frühjahr 2019 erfolgen.

2. Stammstrecke: Wo die Stadt überall aufgerissen wird

hu/vf

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