200 Jahre Landkartendruck in Bayern München druckreif

Haben Sie schon die Flößer auf der Isar entdeckt? Oder die Straße „auf“ Nürnberg? Die zum Bleichen aufgespannte Wäsche? Wegen solch kleinen Details macht es so wahnsinnig viel Spaß, in alten Landkarten zu versinken.

Kein Wunder, muss man sich doch nicht in einem verwirrenden Geflecht bunter Linien zurechtfinden, sondern kann sich an markanten Punkten orientieren – etwa an der Residenz oder der Frauenkirche. Die Karte unten ist eine von rund 25 000 historischen Steinplatten, die im Landesamt für Vermessung und Geoinformation (LVG) lagern, das heute seinen 200. Geburtstag feiert. Sie ist eine der ältesten gedruckten Darstellungen von München und der erste Münchner Stadtplan überhaupt. Goldschmied Tobias Volckmer hat sich anno 1613 die Mühe gemacht, die Stadt so genau wie möglich zu vermessen – ohne Satellitenunterstützung, nur mit Hilfe von Kompass und Orientierungssinn.

Bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein waren diese Darstellungen allerdings echte Unikate, Landkarten mit künstlerischem Anspruch, die aber allenfalls eine Idee von Entfernungen und Proportionen gaben. Erst als am 10. Juni 1808 die Lithographische Anstalt gegründet und wenige Jahre später die Steinpresse erfunden wurde, änderte sich das: Von nun an konnten per Steindruck sämtliche Grundstücksparzellen genau vermessen und kartiert werden. Von nun an waren eine gerechte Besteuerung von Grund und Boden sowie die kostengünstige Aktualisierung der Karten möglich. Heute nutzen unter anderem Ausflügler das Angebot des LVG: Die sogenannten Umgebungskarten leiten Wanderer und Radler durch den Freistaat.

fla. München

Quelle: tz

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