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12,3 Prozent der unter 15-Jährigen betroffen

20.000 Kinder in München sind arm

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Im reichen Deutschland gibt es drei Millionen Säuglinge, Kleinkinder, Schüler und Teenager bis zum Alter von 15 Jahren, die in bedürftigen Haushalten leben!

Kinderarmut ist nicht nur ein Problem von Entwicklungsländern:

Im reichen Deutschland gibt es drei Millionen Säuglinge, Kleinkinder, Schüler und Teenager bis zum Alter von 15 Jahren, die in bedürftigen Haushalten leben! Ihre Eltern verdienen nur knapp genug zum Überleben oder schlagen sich mühsam mit Sozialhilfe oder Hartz IV durch. Die Zahlen des jüngsten Armutsberichts der Bundesregierung „sind ein Skandal“, empört sich Haimo Liebich, Vorstandsmitglied des Deutschen Kinderhilfswerks und Münchner SPD-Stadtrat. Die Dunkelziffer wird auf mehr als 225 000 geschätzt.

Kinderarmut wächst vor allem in Großstädten, das teure München ist da nicht ausgenommen. Von Dezember 2005 bis Mai 2008 habe sich die Zahl der armen Kinder von 17 680 auf 20 000 (12,3 Prozent) erhöht, so Sozialreferent Frieder Graffe. „Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs!“ 2300 Jugendliche von 15 bis 18 seien selbst Sozialhilfebezieher. „Die Kinder wachsen in die Armut hinein.“

Am stärksten betroffen sind Söhne und Töchter von Alleinerziehenden – 20 Prozent leben am Existenzminimum – und Migrantenkinder.

„Bei uns gibt’s keine bettelnden Kinder auf der Straße – die deutsche Kinderarmut findet zuhause statt“, stellt Michael Kruse, Sprecher des Kinderhilfswerks, bitter fest. Falsche Ernährung, sogar Hunger, unzureichende Kleidung, Isolation. Sozialreferent Graffe weiß: „Für die Kinder bedeutet das Angst, Depression, Traurigkeit.“ In seinem 30-jährigen Bestehen hat das Kinderhilfswerk bedürftige Kinder mit 20 Millionen unterstützt. Solche privaten Anstrengungen bleiben nötig, solange es in Deutschland ein „strukturelles Problem gibt“, so Kruse: Kinderrechte würden zu wenig beachtet. Er verlangt von der Politik „eine verzahnte, ressortübergreifende nationale Strategie.“ Die jetzt diskutierte Kindergelderhöhung sei für Leistungsempfänger allerdings „ein Nullsummenspiel“, so Graffe. Bei ihnen werde es von der Sozialhilfe abgezogen. „Sinnvoller wäre die Einführung eines Mindestlohns und die Erhöhung der Regelsätze auf 420 Euro.“

Die Stadt München unternehme viele Anstrengungen, staatliche Mängel auszugleichen, teils auch mit Hilfe großzügiger Spender. Glücklicherweise werde die Linderung der Armut in München als gesellschaftliche Aufgabe begriffen. Allein 2,5 Millionen Stiftungsmittel seien 2007 für Einzelfallhilfen ausgegeben worden, oft für die Teilnahme an Schul- und Ferienfahrten. 1300 Kinder bekommen kostenloses Mittagessen, OB Ude will dieses Angebot auf alle 4000 bedürftigen Schulkinder ausweiten. Haimo Liebich verwies auf Finnland: „Dort leistet man sich eine freie Schulspeisung für alle.“

BW.

Quelle: tz

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